FRAGE

Werden die Pflanzen für Biokraftstoffe (Raps, Mais etc.) eigentlich ökologisch angebaut? Und welchen Kraftstoff benutzen die landwirtschaftlichen Maschinen?

H.R.

SPRACHE

Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab es eine Bewegung, die Groß- und Kleinschreibung im Deutschen abzuschaffen. Einige Schriftstellerinnen und Schriftsteller praktizierten diese Schreibweise. Auch unter Schülerinnen und Schülern war die Variante beliebt, sie half Fehler zu vermeiden und war eine Möglichkeit, sich abzuheben. Es gab auch Pädagogen, die sich dafür aussprachen. Aus dem Vorschlag ist nichts geworden.

Die SPD-Familienministerin Christine Lambrecht hat sich nun gegen die Verwendung eines anderen Neuerungsversuchs der deutschen Schriftsprache gewandt – Gendersternchen und andere Gendersonderzeichen. Diese Schreibweisen seien nicht „allgemein verständlich“.

Was sie nicht erwähnt: Sie sind, anders als bei der Groß- und Kleinschreibung, auch schwer zu sprechen und ideologisch belastet. Mehrheitsfähig sind sie ebenfalls nicht, taugen aber dazu sich als progressiv abzuheben.

Die Frauenministerin plädiert dennoch für eine geschlechtergerechte Sprache, also die Vermeidung des „generischen Maskulinums“. Das ist zwar ein wenig mühsamer, dafür wird die geschlechtliche Diversität aber auch nicht auf *, :, I oder _ reduziert. Weiblich und männlich und anders respektiert die Menschen in ihrer individuellen Ausprägung auf jeden Fall mehr, als ein vereinfachendes Sonderzeichen. Es ist allerdings mit mehr Aufwand verbunden.

P.S.

Schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts erklärte uns unser Biologielehrer, dass es von Natur aus keine hundertprozentigen Männer und keine hundertprozentigen Frauen gäbe, sondern dass wir uns alle irgendwo zwischen diesen beiden Polen bewegen, alle ein bißchen * : I _ .

H.R.

KANZLERWAHLVEREIN

Von der CDU heißt es immer, sie sei eigentlich nur ein „Kanzlerwahlverein“. Es gehe ihr weniger ums Parteiprogramm als um die Macht im Land. Darum geht es natürlich auch allen anderen Parteien, aber sie gelten als weniger flexibel, wenn das, was im Programm versprochen wurde, nach der Wahl nicht mehr so wichtig ist.

Seit einigen Wochen wird mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl diskutiert, ob CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen die richtigen Personen als Spitzenkandidatin und Spitzenkandidat nominiert haben. Beim Kandidaten der SPD heißt es, er sei zwar der kompetenteste, aber leider in der falschen Partei.

Wer auch immer aufs Plakat gedruckt wird, mit der Zweitstimme gewählt wird die Partei. Und erst wenn feststeht, welche Parteien genügend Abgeordnete im neuen Parlament haben, um eine Mehrheit zu bilden, können ein Kanzler oder eine Kanzlerin gewählt werden.

Sollte die notwendige Mehrheit nur zustande kommen, indem sich die Parteien von einer Person trennen, die fürs hohe Amt als zu leicht befunden wurde, dann könnte durchaus jemand anderes gewählt werden.

Ist zwar in der Bundesrepublik noch nie passiert, aber einen Versuch wäre es dieses Mal vielleicht wert.

H.R.

UND LASCHET HAT GELACHT…

Beim Streaming Dienst „Amazon“ gibt es eine Serie, in der eine Reihe von Comedians darum kämpfen, möglichst nicht über die Witze und Aktionen der Anderen zu lachen. Das ist sehr unterhaltsam. Armin Laschet hätte dort keine Chance, er müsste schon in der ersten Runde ausscheiden.

Wahrscheinlich sagte bei dem Termin, der für die ganze derzeitige Aufregung sorgt, irgendein Witzbold (oder eine Witzboldin) während der Bundespräsident sprach: „Habt ihr das gesehen, der Steinmeier hat zwei unterschiedliche Socken an!“

Vielleicht war es auch eine andere Bemerkung. Jedenfalls hat Laschet gelacht. Ob er jetzt raus ist als Kanzlerkandidat? Söder denkt angestrengt darüber nach!

H.R.

CORONAFRAGEN AN RADIO ERIWAN

Radio Eriwan war zu Zeiten der Sowietunion der Sender, der auf schwierige Fragen einfache Antworten geben konnte. Zu unserer Freude gibt es Radio Eriwan noch immer.

Frage an Radio Eriwan:

Gibt es in Deutschland ab dem 7. Juni ausreichend Corona-Impfstoff?

Radio Eriwan:

Im Prinzip ja, aber nicht für alle.

Frage an Radio Eriwan:

Trifft es zu ,dass mit privaten Coronatestzentren massenhaft Missbrauch von Kriminellen getrieben wird?

Radio Eriwan:

Im Prinzip ja, aber sie sollten sich schämen.

Frage an Radio Eriwan:

Trifft es zu, dass auch in Deutschland Minister:innen hin und wieder zurücktreten?

Radio Eriwan:

Im Prinzip ja, aber nur wenn sie ihren Doktortitel zu Unrecht getragen haben.

Frage an Radio Eriwan:

Kann auch ein Minister ohne Doktortitel zurücktreten?

Radio Eriwan:

Im Prinzip ja, aber an wen denken Sie?

UdM 31.05.2021

SPAHN

Die CDU galt immer als eine Partei, die – auch im eigenen, manchmal dubiosem – Interesse, gut mit Geld umgehen konnte. Das trifft für den Bundesgesundheitsminister nur zu, wenn es die privaten Immobiliengeschäfte betrifft. Für die Verschleuderung von Steuergeldern bei der Beschaffung von Masken, die sich in noch extremerer Form bei der Finanzierung der Corona-Testzentren fortsetzt, wären ein Untersuchungsausschuss und ein baldiger Rücktritt die angemessene Reaktion. Nicht vorstellbar, Spahn wäre als junger Hoffnungsträger Kanzlerkandidat der Union geworden.

Was sagen eigentlich Kanzlerin und Vizekanzler zu dem Desaster?

H.R.

HABECK 2

Rudolf Habeck will offenbar nicht länger Finanzminister werden. Er bereitet sich stattdessen auf eine Karriere als Außen- oder Verteidigungsminister vor. Derzeit ist er in der Ukraine. Auf dem Weg zur Front, hat er sich dafür ausgesprochen, Waffen an die Ukraine zu liefern – natürlich nur zur Verteidigung. Hoffentlich reist er als nächstes nicht nach Gaza.

H.R.

CORONADRESSUR

Minister Spahn, der die Nation gerne wie ein Vorschulgruppe im Verkehrsgarten anspricht -Vorsicht!, Umsicht! –  ist nun auf den Hund gekommen, dem man die Wurst zum Erreichen optimaler Dressurziele immer ein bisschen höher hängt. War das Ziel für ein vorcoronaähnliches Leben bisher die magische Inzidenzzahl 30, strebt Herr Spahn nun einen Wert unter 20 an. Ist das noch AHA oder schon ministerielles ADHS ?

UdM 25.05.21

HABECK

Der Grünen-Vorsitzende hat es zur Zeit nicht leicht. Als potentieller künftiger Finanzminister versuchte er, bei einer Podiumsdiskussion die Eigenkapitalvorschriften für Banken,“Basel 3″, zu erläutern. Das ging gründlich in die Hose. Davon überzeugt, in seiner poetisch-mäandernden Art alles irgendwie erklären zu können, kam er nicht auf die gesichtswahrende Idee, die Beantwortung an eine Fachperson seiner Partei zu delegieren.

Als Beleg für ausgeprägte Sparsamkeit wiederum, die von den Grünen dem derzeitigen Finanzminister häufig vorgeworfen wird, schilderte er in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen am Sonntag“ seine Haltung zum Essen: „Ich kriege richtig schlechte Laune, wenn ich sehe, dass jemand seinen Pizzarand nicht aufisst.“ Und fügte hinzu: „Was gekocht wird, wird gegessen!“

Wer will bei einer so klaren erzieherischen Ansage noch wissen, was „Basel 3“ ist?

H.R.

SCHÖNST BLÜMELEIN

Die Wirtschaftsverwaltung des Senats von Berlin fordert, wie der „Tagesspiegel“ in seinem „Checkpoint“ meldet, künftig bei Veranstaltungen auf Schnittblumen zu verzichten. Es handle sich um „Wegwerf-/Einmalartikel“, die „durch immer wieder verwendbare Topfpflanzen ersetzt werden“ könnten.

Ich finde das inkonsequent. Schnittblumen verursachen auch im privaten Verbrauch „hohe ökologische und Transportkosten“, wie es in der Begründung des zuständigen Staatssekretärs heißt. Abgeschnittene Blumen sollten generell verboten werden. Statt Blumensträußen künftig Blumentöpfe!

Aber was wird aus den Vasen?

H.R.