3 x CDU

So richtig spannend war der Wettbewerb um die Nachfolge von AKK nun wirklich nicht. Eigentlich fragte man sich nur, wann es endlich vorbei ist.

Aber jetzt, kurz vor Schluß, nimmt die Sache noch einmal Fahrt auf. Norbert Röttgen, der Kandidat der aus dem Nirgendwo kam, hat sich mit der FDP angelegt. Mit ihr könne die CDU nach der Bundestagswahl nicht koalieren: „Unsichere Kantonisten“, denen ein „historisches Versagen“ vorzuwerfen sei, weil sie sich einem Neuanfang mit den Grünen verweigert hätten.

Die FDP ist wütend. Röttgen agiere „taktisch unglaublich dumm“, sei für die „Habeckisierung“ der CDU und habe am Samstag schlechte Karten. Die Wut ist verräterisch, denn ohne die Option auf Jamaika oder noch besser, eine schwarz-gelbe Koalition, hat auch die FDP schlechte Karten.

Friedrich Merz wiederum hat Ärger mit der Nachhaltigkeit. Die Investmentfirma Blackrock, deren deutscher Aufsichtsratschef er war, hat zwar Nachhaltigkeit und Klimaschutz zum neuen Ziel ihrer Geschäfte erklärt, aber offenbar ist das Ziel noch in sehr weiter Ferne. Der Verweis des Kandidaten auf seine wertvollen Erfahrungen bei Blackrock, ist jetzt nicht mehr ganz so hilfreich.

Und was ist mit Armin Laschet, dem netten Menschen aus Aachen, der vor langer Zeit einmal die Hausarbeiten seiner Studenten verräumt hatte und dann – freihändig und unbeeinflußt von jeglicher Leistung – Zensuren vergab? Der NRW-Ministerpräsident hat still und leise schon die CDU-Fraktionsvorsitzenden aus fünf Bundesländern hinter sich versammelt. Wenn er jetzt einfach nichts mehr tut, hat er schon gewonnen. Wetten?

H.R.

IMAGESCHÄDLING

Jetzt trifft es ihn da, wo es wehtut: Beim Geschäft. Die Professional Golf Association of America P.G.A., Ausrichter der wichtigsten und prestigeträchtigsten Golfturniere in der Vereinigten Staaten, hat den Vertrag mit der Firma des US-Präsidenten gekündigt. In Trumps „National Golf Club“ in Bedminster New Jersey, auf dem er viele Tage seiner Präsidentschaft verbrachte, wird 2022 keines der vier wichtigsten Turniere ausgetragen.

Der Eigentümer des Platzes beschädige das Image der P.G.A., lautet die Begründung. Vom Präsidenten zum Imageschaden – auch eine Karriere. Trump ist „incredibly disappointed“. Vermutlich waren es die Demokraten, die ihm das Turnier gestohlen haben. GOLF FRAUD!

H.R.

HUND IM LOCKDOWN

Unser Hund findet die Verlängerung des Lockdowns ganz in ihrem Sinne. Es ist jetzt immer jemand zu Hause. Sie kommt viel an die frische Luft. Die Futterversorgung ist gesichert.

In Paris sollen Hundebesitzer ihr Tier an Bekannte ausleihen, damit diese einen guten Grund haben das Haus zu verlassen. Dina hätte nichts gegen eine solche Gefälligkeit, solange sie bestimmen kann, welche Leckerlis es unterwegs gibt.

H.R.

ACH SO

Dieser fanatische Mop!

Unglaublich.

Vor dem Allerheiligsten sozusagen.

Seh ich genauso.

Dieser Sturm auf die Treppen!

Empörend!

Wo war die Polizei?

Ja. Wo war die Polizei?

Es waren einfach zu wenige.

Genau. Absolut unterbesetzt.

Nicht vorbereitet.

Obwohl man damit rechnen musste.

Vordringen bis ins Innere des Gebäudes!

Belästigen und bedrohen von gewählten Volksvertretern!

Ein Angriff ins Herz der Demokratie!

Eindeutig.

Wie war so etwas möglich?

Das muss man sich ernsthaft fragen.

Und dabei diese Fahnenschwingerei!

Abstoßend. Und brandgefährlich.

Trump, Trump, Trump!

Wieso Trump? – Achso! Das meinst du! Das natürlich auch.

Was meinst du denn?

Ich meine den Sturm von Schwarzweißrot schwingenden Neonazis und Konsorten auf die Treppen des Reichstags bei den Anticoronademos und die von der AfD in den Reichstag eingeschleusten Pöbler, die unsere Volksvertreter angegangen sind.

Achso –

UdM 07.01.2021

ZWANGSMASKE

Ich habe mir in der Apotheke meine drei aus Steuergeldern (also von mir) bezahlten, ansonsten kostenlosen FFP2 Masken geholt. Die Masken kommen aus China. Vielleicht sind sie für Chinesen mit kleinen Köpfen gemacht. Wenn ich sie anziehe, stehen meine Ohren ab und ich bekomme Kopfschmerzen. Wer ist dafür verantwortlich? Ich vermute die SPD, weil sie nicht aufgepasst hat, was der Bundesgesundheitsminister so alles bestellt – oder auch nicht bestellt.

Die Chinamasken liegen jetzt in der Schublade. Vielleicht schenke ich sie meinen Enkeln. Ich benutze eine israelische Maske. Meine Ohren stehen nur ein bißchen ab. Es dauert eine halbe Stunde bis mir der Kopf wehtut. Immerhin!

H.R.

DIE VERLORENE EHRE DES TILO SARRAZIN

Aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wissen wir jetzt, dass der ehemalige Berliner Finanzsenator eine Wette verloren hat, bei der es darum ging, wie sich die Eingriffe der Europäischen Zentralbank im Dezember 2012 auf die Inflationsrate auswirken würden. Sarrazin rechnete mit einer Steigerung um 2 bis 3 Prozent – und lag damit falsch. Das passierte auch anderen prominenten Ökonomen, aber das ist auch nicht die Geschichte.

Mit der rechthaberischen Besserwissergeste, die ihm eigen ist, erklärte Sarrazin laut FAZ: „Wenn wir innerhalb der nächsten zehn Jahre keine starke Inflation bekommen, gebe ich mein Diplom als Bonner Volkswirt zurück!“ Die zehn Jahre sind Ende 2021 um, aber eine Inflation von 2 bis 3 Prozent ist nicht in Sicht. Die angekündigte Rückgabe des Diploms allerdings auch nicht. Das komme natürlich nicht in Frage, sagt Sarrazin heute, er „versuche gleichwohl, ständig neu zu lernen.“

Grundsätzlich ist derartige Lernbereitschaft bei einem wirtschafts- und gesellschaftspolitischem Populisten wie Sarrazin zu begrüßen. Seine Wettschuld jedoch kann er als Ehrenmann dadurch nicht begleichen. Entweder ist das Diplom futsch oder die Ehre. Sarrazin entscheiden Sie sich!

H.R.

KUNSTHANDWERK

Ein Holzkünstler aus dem Erzgebirge hat den Virologen Christian Droste von der Berliner Charité als Räuchermännchen verewigt. Angeblich ist die Nachfrage im In- und Ausland überwältigend. Die Grundidee läßt sich ausweiten und damit auch andere Kunsthandwerker ins Geschäft bringen.

Zum Beispiel der Chefredakteur der Bildzeitung als wütender Gartenzwerg, der Bundeswirtschaftsminister als Nussknacker, der Bundesgesundheitsminister als Pfeifenkopf, der bayerische Ministerpräsident als Bierkrug mit Deckel und Friedrich Merz als Türstopper.

H.R.

DIE ZDF SILVESTERSHOW

Die üblichen Spaßbremsen, die jedes Tischfeuerwerk bereits für ein ökologisches Verbrechen halten, haben heftige Kritik an der traditionellen Liveshow des ZDF am Brandenburger Tor geübt. Überflüssig, Geldverschwendung, eine Provokation wenige hundert Meter entfernt von Menschen auf der Intensivstation in der Charité, die um ihr Leben kämpfen.In Sachsen-Anhalt sahen sich CDU und AfD in ihrer Kritik an den „öffentlich-rechtlichen Geldverschwendern“ bestätigt.

Was ist die Wahrheit? Das ZDF hatte die Show bereits abgesagt und stattdessen „Die Lachparade des Jahrhunderts“ ebenfalls mit Johannes B. Kerner senden wollen. Auf eindringliche Bitte des Berliner Senats, Informanten sprechen sogar von „flehentlichen Bitten“, lenkte die Unterhaltungsabteilung des ZDF schließlich ein. Ohne die ZDF-Show als Vorwand, könne man das Brandenburger Tor nicht weiträumig absperren und von Einsatzkräften auch aus anderen Bundesländern blockieren lassen. Die Vorfälle am Reichstag hätten schließlich gezeigt, dass schon kleine Gruppen ausreichten, um nationale Symbole zu besetzen und für ihre Zwecke zu mißbrauchen.

Nachdem selbst der Berliner Kultursenator (Die Linke) beim ZDF-Intendanten interveniert hatte und dabei durchblicken ließ, bei einer erneuten Abstimmung über eine Erhöhung der Haushaltsabgabe, könnte sich Berlin als Land im Osten dem Lager der Kritiker anschließen, lenkte der Mainzer Sender „im nationalen Interesse und zum Schutze der Menschen in der Hauptstadt“ schließlich ein.

Johannes B. Kerner, dessen ausdrücklicher Dank an die Krankenschwestern der Republik kurz vor Mitternacht, als „anmaßend“ kritisiert worden war, ließ erklären, er habe sich damit auch dafür bedanken wollen, dass ihm seine leichtfertige Empfehlung der Air Berlin Aktien, der gerade im Medizinbetrieb viele

gefolgt seien, nicht länger verübelt würden.

H.R.

LA BOURSE OU LA VIE

Unsere französischen Miteuropäer, in vielem schon immer etwas präziser als wir – man denke nur an ihre Philosophen – waren dies, als mit den Opfern noch geredete  wurde, auch beim bewaffneten Straßenraub: Die Ansage war kein schwammiges ‚Hände hoch!’ ohne genaue Angabe wozu, sondern ‚La bourse ou la vie!’, Geld oder Leben.

Soviel vorweg. Was nun folgt ist eine Reihe schiefer und hinkender Vergleiche. Ich starte trotzdem. Mit meinem Auto, dessen voller Tankinhalt mir bei vernünftiger Fahrweise gut sechshundert Kilometer erlaubt. Wenn ich nun nach hundertfünfzig Kilometern, also wenn der Tank noch dreiviertelvoll ist, nervös würde, wäre das verwunderlich, denn auf den noch vor mir liegenden vierhundertfünfzig Kilometern keine Tankstelle zu finden wäre in Mitteleuropa höchst unwahrscheinlich. Es sei denn, die Betreiber der am Wege liegenden Tankstellen, die eigentlich Supermärkte sind, an denen man auch tanken darf, würden, obwohl auch deren Tanklager noch dreiviertel voll sind, einen Notstand verkünden, weil das Betreiben der Tanksäulen ungleich unrentabler ist als das Geschäft mit dem Tankstellensupermarkt. Wenn die knauserigen Mineralölkonzerne das nicht durch bessere Verdienstmargen korrigierten, müsse man damit rechnen, dass, wenn die Spritvorräte aufgebraucht seien Zapfen duster ist.

Die deutschen Krankenhäuser haben darauf aufmerksam gemacht – Achtung: hinkender Vergleich – dass zwar nur ein Viertel der auch für Coronakranke vorgehaltenen Betten besetzt ist, dennoch mit gefährlichen Engpässen zu rechnen sei. Weil nämlich für die Versorgung der eigentlich durchaus beruhigenden unbesetzten Dreiviertel der Intensivbetten erstens nicht genügend Personal vorhanden sei und zweitens bei voller Auslastung der Intensivbetten die lukrativeren Einnahmen aus dem üblichen Krankenhausbetrieb wegbrächen. Es sei denn, diese Verluste würden staatlicherseits ausgeglichen.

Verkneifen wir uns bis nach dem Ende der Pandemie mal die Frage, warum eigentlich Krankenhäuser wie Tankstellen Gewinne machen müssen, statt mit ihren Einnahmen lediglich die zur Gesundung und zur Lebensrettung notwendigen Kosten zu decken. 

Spahn und Scholz aber rufen wir zu : Ein bisschen weniger Lufthansa, Kaufprämie für Elektroautos, Abwrackprämie für LKWs, und so, dafür noch mehr LA BOURSE POUR LA VIE. 

UdM 23.11.20

BANANE

Die Vereinigten Staaten von Amerika eine „Bananenrepublik“ zu nennen, auf diese Idee wäre vor Trump niemand gekommen. Aber jetzt ist es geschehen: Der Gouverneur von Maryland – ein Republikaner – hat es aus Verzweiflung über das Verhalten seines Golf spielenden, abgewählten Präsidenten getan. Die Modekette „Banana Republic“ erwägt, ihren Namen zu ändern.
H.R.