DINA UND DIE PFUNDE

Es gab lange keine Neuigkeiten über Dinas Gewichtsproblemen. Das hatte Gründe. Vor einigen Wochen musste Dina wieder auf die Waage der Tierärztin. Es ging im Grunde nur noch um die Bestätigung, dass sie mindestens ein weiteres Pfund abgenommen hatte und das Wunschgewicht von ca. 22 kg in greifbarer Nähe sei.

Es kam anders! Dina hatte zugelegt! Bestürzung, Verwirrung, Ratlosigkeit – auch bei der Ärztin und ihrer Assistentin. Dina wurde nochmals gewogen, dieses Mal ohne Geschirr. Die Waage ließ sich nicht überlisten. 24 kg blieben 24 kg.

Weshalb kommt dieser Gewichtszustandsbericht gerade heute: Soeben ist Dina unterwegs zum Wiegen. Dieses Mal sind wir ganz sicher: Sie hat dramatisch abgenommen.

H.R.

DIE HAUBITZE

Wie ich den Nachrichten entnehme, ist die deutsche Panzerhaubitze 2000 endlich in der Ukraine angekommen. Das russische Militär hatte also Zeit genug, sich zu überlegen, wie sie so schnell wie möglich unschädlich gemacht werden kann. Eine neue Haubitze zu bauen, dauert etwa zwei Jahre. Aber wie der Generalsekretär der NATO gestern erklärt hat, kann der Krieg noch Jahre dauern. Na, dann!

H.R.

MARIA IST WÜTEND

Unsere Freundin Maria ist empört. Die jüngsten Äußerungen des ukrainischen Botschafters haben sie zurecht wütend werden lassen. Kurz gesagt, behauptet er, seine Landsleute kehrten zunehmend in ihre Heimat zurück, weil sie in Deutschland schlecht behandelt würden.

Maria, ihr Mann und eine ganze Reihe von Freunden kümmern sich seit Beginn des Krieges insbesondere um Frauen und Kinder, die in Berlin ankommen. Sie standen mit belegten Broten und Getränken an den Bahnhöfen, besorgten Kleider, Spenden, Wohnungen, medizinische Betreuung. Und sie haben das auch schon für die Flüchtlinge die aus Syrien kamen in ähnlicher Weise getan.

Maria ist wütend. Hoffentlich erreichen ihre Enttäuschung und ihre Wut den Botschafter. Dies hier ist ihr offener Brief an ihn:

Seine Exzellenz,

Sehr geehrter Herr Botschafter Melnyk

Sie beklagen sich aktuell über unsere mangelnde Gastfreundschaft ukrainischen Flüchtlingen gegenüber.

Sie kennen Kerstin nicht. Kerstin steht jeden Morgen um 4 Uhr am Fließband einer Großbäckerei. Als ich für die Kiewer Musiklehrerin Nadja und ihre zwei Kinder eine Bleibe suchte, ist Kerstin zu ihrem Freund gezogen und hat ihre Marzahner Mietwohnung kostenlos mit Vertrag den drei Flüchtlingen überlassen. 

Sie kennen Barbara nicht. Barbara führt ein Kino, steht jeden Abend an der Kartenkontrolle. Barbara hat ihre Wilmersdorfer Wohnung geräumt für die Kiewer Geschäftsfrau Anna mit ihren Kindern Mascha und Wanja.

Sie kennen Jens nicht. Er ist ein freier Publizist und hat die schönste Datscha direkt an einem Brandenburger See frei gemacht. Für Tamara und Katja aus Kiew.

Sie kennen Dieter nicht. In einem seiner drei Zimmer in Steglitz sind Olga aus Kiew mit Anastasia und Wanja untergekommen.

Olga aus Odessa wohnt mit zwei Söhnen, einer ist schwerbehindert, ebenfalls mietfrei in Moabit bei einem Bekannten. 

All meine helfenden deutschen Freunde sind nicht besonders wohlhabend. Wir unterstützen die Ukrainerinnen und ihre Kinder in sämtlichen administrativen und alltäglichen Belangen. Zudem haben wir sehr viel Spaß zusammen, gehen gemeinsam in die Oper, ins Konzert, in die Waldbühne zu Björk demnächst, auf Stadtteilfeste, wir kochen und feiern.

Wenn Sie mehr wissen möchten: wir alle würden Sie einladen, aber unsre Wohnungen sind klein. Gern jedoch besuchen wir Sie in Ihrer Zehlendorfer Residenz oder in der Botschaft und berichten Ihnen von den vielen Hilfsbereitschaften. Machen Sie sich aber bitte wegen der Verpflegung keine Mühe. 

Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre

Maria Ossowski

H.R.

HUNDEPENSION

Dina war ein paar Tage in der Hundepension bei ihrer Züchterin. Der Abschied am Tor fiel allen Beteiligten schwer. Bei Dina wurde er durch den Anblick einer Katze gemildert, die über den Hof schlenderte. Dina mag keine Katzen – um es milde zu formulieren. Während sie Rehen inzwischen relativ gelassen zuschaut, löst eine Katze bei ihr die schlimmsten Reflexe aus. Wir versuchen es zu akzeptieren.

Als ich Dina wieder abholte, war sie schneller im Auto als ich gucken konnte. Meine Frage, ob sich unsere Hündin gut benommen habe, wurde bejaht. Zu Hause fiel uns eine kleine Verletzung unter ihrem rechten Auge auf. Der besorgte Anruf bei der Züchterin ergab, dass es eine „kleine Kappelei“ wegen eines Leckerlis gegeben habe. Wir haben nicht weiter nachgefragt!

Seit ihrer Rückkehr ist Dina sehr anhänglich und folgt uns auf Schritt und Tritt. Sie verbringt ausgesprochen viel Zeit in ihrem Körbchen und hat die ersten beiden Tage anstandslos ihr Futter gefressen. Inzwischen hat sich die Situation normalisiert. Heute morgen roch sie am Napf, schaute mich an, schaute noch einmal das Futter an und trottete (kopfschüttelnd?) davon.

Beim Morgengang hat sie versucht eine Katze zu jagen.

H.R.

GENDER

Sie: „Wenn ich mir nur vorstelle, welche Chancen ich beruflich hätte, wenn ich 30 Jahre jünger wäre!“

Er: „Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, hätte ich wahrscheinlich überhaupt keine Chance.“

H.R.

STEINMEIER

Nur mal so eine Idee: Wie wäre es, wenn der Bundespräsident seinen alten SPD-Kumpel Gerhard Schröder öffentlich dazu auffordern würde, auf alle Leistungen seitens der deutschen Steuerzahler zu verzichten, so lange er in den Diensten eines russischen Staatsunternehmens steht?

H.R.

GEWICHTSKONTROLLE

Zuerst die gute Nachricht: Dina hat abgenommen, genau 1,125 Kilo. Jetzt die weniger gute Nachricht: Auch nach Auffassung unserer früheren Tierärztin muss Dina weiter abnehmen. Ihr Blick in Dinas Karteiblatt führte zu dem Hinweis, dass unsere Hündin bis vor zwei Jahren ein Gewicht zwischen 20 und 22 Kilo hatte. Idealgewicht 20, akzeptables Gewicht bis 22. Jedes Kilo mehr ist nicht gut für Gelenke und überhaupt…

Dina war froh als sie wieder von der Waage steigen durfte. Da sie von der Assistentin zur Belohnung Leckerlis bekam, ist sie gerne bereit, sich demnächst wieder wiegen zu lassen.

H.R.

FERNSEHMODEN

Irgendwann hat irgendjemand im deutschen Fernsehen beschlossen(zu der Zeit waren es vermutlich Männer), dass nicht nur die Präsentatorinnen und Präsentatoren von Unterhaltungsshows, sondern auch die von Nachrichtensendungen in Bewegung sein sollten. Seitdem kommen die Damen und Herren der Nachrichtensendungen hinter ihren Pulten hervor, stehen im Studio herum und deuten auf Einspielungen oder Graphiken, die sich irgendwo hinter ihnen befinden müßten.

Für die Männermode ist diese überflüssige Studiochoreographie weitgehend ohne modische Folgen geblieben. O.K., Jeans oder Jogginghose können sie nicht mehr tragen. Für Moderatorinnen aber muss es eine Dienstanweisung geben, dass unter allen Umständen hochhackige Schuhe zur Moderationsausstattung zu gehören haben, vorzugsweise Stilettos. Ob bei den „Tagesthemen“, im „heute journal“, bei „Berlin direkt“ oder in den vielen regionalen Nachrichtenmagazinen – überall Stilettos!

An der Nachrichtenlage verändert sich dadurch nichts! Die Informationen werden auch nicht verständlicher oder eindringlicher, eher ist das Gegenteil der Fall. Ob hohe Hacken gut für die Haltung oder fürs Selbstbewusstsein sind, kann ich nicht beurteilen. Ob sie immer gut für den jeweiligen Gesamteindruck sind, verbiete ich mir zu bewerten. Nur ein Hinweis zum Schluß: Der Einsatz von Stilettos – in Verbindung mit allerlei modischen Verirrungen – ist am schönsten und regelmäßigsten im ZDF-Wetter zu beobachten.

Aber dem Wetter ist das egal!

H.R.

HINWEIS

Im Supermarkt hängt am weitgehend leergeräumten Regal für Speiseöle (es ist nur noch Natives Olivenöl Extra Vergine vorrätig) ein Schild: Distelöl ist kein Dieselöl!

H.R.