HUNDEPENSION

Dina war ein paar Tage in der Hundepension bei ihrer Züchterin. Der Abschied am Tor fiel allen Beteiligten schwer. Bei Dina wurde er durch den Anblick einer Katze gemildert, die über den Hof schlenderte. Dina mag keine Katzen – um es milde zu formulieren. Während sie Rehen inzwischen relativ gelassen zuschaut, löst eine Katze bei ihr die schlimmsten Reflexe aus. Wir versuchen es zu akzeptieren.

Als ich Dina wieder abholte, war sie schneller im Auto als ich gucken konnte. Meine Frage, ob sich unsere Hündin gut benommen habe, wurde bejaht. Zu Hause fiel uns eine kleine Verletzung unter ihrem rechten Auge auf. Der besorgte Anruf bei der Züchterin ergab, dass es eine „kleine Kappelei“ wegen eines Leckerlis gegeben habe. Wir haben nicht weiter nachgefragt!

Seit ihrer Rückkehr ist Dina sehr anhänglich und folgt uns auf Schritt und Tritt. Sie verbringt ausgesprochen viel Zeit in ihrem Körbchen und hat die ersten beiden Tage anstandslos ihr Futter gefressen. Inzwischen hat sich die Situation normalisiert. Heute morgen roch sie am Napf, schaute mich an, schaute noch einmal das Futter an und trottete (kopfschüttelnd?) davon.

Beim Morgengang hat sie versucht eine Katze zu jagen.

H.R.

GENDER

Sie: „Wenn ich mir nur vorstelle, welche Chancen ich beruflich hätte, wenn ich 30 Jahre jünger wäre!“

Er: „Wenn ich 30 Jahre jünger wäre, hätte ich wahrscheinlich überhaupt keine Chance.“

H.R.

STEINMEIER

Nur mal so eine Idee: Wie wäre es, wenn der Bundespräsident seinen alten SPD-Kumpel Gerhard Schröder öffentlich dazu auffordern würde, auf alle Leistungen seitens der deutschen Steuerzahler zu verzichten, so lange er in den Diensten eines russischen Staatsunternehmens steht?

H.R.

GEWICHTSKONTROLLE

Zuerst die gute Nachricht: Dina hat abgenommen, genau 1,125 Kilo. Jetzt die weniger gute Nachricht: Auch nach Auffassung unserer früheren Tierärztin muss Dina weiter abnehmen. Ihr Blick in Dinas Karteiblatt führte zu dem Hinweis, dass unsere Hündin bis vor zwei Jahren ein Gewicht zwischen 20 und 22 Kilo hatte. Idealgewicht 20, akzeptables Gewicht bis 22. Jedes Kilo mehr ist nicht gut für Gelenke und überhaupt…

Dina war froh als sie wieder von der Waage steigen durfte. Da sie von der Assistentin zur Belohnung Leckerlis bekam, ist sie gerne bereit, sich demnächst wieder wiegen zu lassen.

H.R.

FERNSEHMODEN

Irgendwann hat irgendjemand im deutschen Fernsehen beschlossen(zu der Zeit waren es vermutlich Männer), dass nicht nur die Präsentatorinnen und Präsentatoren von Unterhaltungsshows, sondern auch die von Nachrichtensendungen in Bewegung sein sollten. Seitdem kommen die Damen und Herren der Nachrichtensendungen hinter ihren Pulten hervor, stehen im Studio herum und deuten auf Einspielungen oder Graphiken, die sich irgendwo hinter ihnen befinden müßten.

Für die Männermode ist diese überflüssige Studiochoreographie weitgehend ohne modische Folgen geblieben. O.K., Jeans oder Jogginghose können sie nicht mehr tragen. Für Moderatorinnen aber muss es eine Dienstanweisung geben, dass unter allen Umständen hochhackige Schuhe zur Moderationsausstattung zu gehören haben, vorzugsweise Stilettos. Ob bei den „Tagesthemen“, im „heute journal“, bei „Berlin direkt“ oder in den vielen regionalen Nachrichtenmagazinen – überall Stilettos!

An der Nachrichtenlage verändert sich dadurch nichts! Die Informationen werden auch nicht verständlicher oder eindringlicher, eher ist das Gegenteil der Fall. Ob hohe Hacken gut für die Haltung oder fürs Selbstbewusstsein sind, kann ich nicht beurteilen. Ob sie immer gut für den jeweiligen Gesamteindruck sind, verbiete ich mir zu bewerten. Nur ein Hinweis zum Schluß: Der Einsatz von Stilettos – in Verbindung mit allerlei modischen Verirrungen – ist am schönsten und regelmäßigsten im ZDF-Wetter zu beobachten.

Aber dem Wetter ist das egal!

H.R.

HINWEIS

Im Supermarkt hängt am weitgehend leergeräumten Regal für Speiseöle (es ist nur noch Natives Olivenöl Extra Vergine vorrätig) ein Schild: Distelöl ist kein Dieselöl!

H.R.

PAPIERMANGEL

Die Krankenkassen halten die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für nicht umsetzbar. Es gäbe nicht ausreichend Papier, die Betroffenen anzuschreiben, berichtet die Bild-Zeitung aus gut unterrichteten Krankenkassenkreisen. Der Vorschlag, das Erscheinen der Bild-Zeitung für einen Tag einzustellen und das so freigewordenen Papier für den guten Zweck zu verwenden steht im Raum. Dem Ansinnen, die Benachrichtigungen auf derzeit ausreichend vorhandenem Toilettenpapier zu drucken wurde eine Absage erteilt, da allein die Veröffentlichung einer solchen Nachricht zu ähnlichen Hamsterkäufen wie bei Beginn der Pandemie führen würde.

Demnächst in der Bild-Zeitung: BITTERE TRÄNEN IM HORT. Die kleine Silke fragt ihre Erzieherin schluchzend: Wenn es kein Papier mehr gibt, kann ich dann Omi keinen Brief aus den Osterferien schreiben?

UdM

ANSICHTSSACHE

Meine Frau ist letzte Woche beim Hundespaziergang einem kleinen Mädchen mit seiner Mutter begegnet. „Guck mal, ein großer dicker Hund!“ sagte das Mädchen zur Mutter. „Der Hund ist nicht dick. Er hat nur ein dickes Fell!“ antwortete die Mutter, als sei sie sich unserer Sensibilität bewußt, was Dinas aktuelles Gewicht betrifft.

Seit sich herumgesprochen hat, dass Dina abnehmen soll, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ungefragt Freunde oder Bekannte (selbst sehr flüchtige Bekannte) anmerken, Dina sei schlanker geworden, ihre Taille sei deutlich sichtbarer. Ich höre mir das an und plädiere für eine Objektivierung durch die Waage der Tierärztin.

Möglicherweise gehen wir diesmal zu unserer früheren Tierärztin. Dort gibt es eine andere Waage.

H.R.

PERSPEKTIVWECHSEL

Gestern stand ich in einem dieser Flughafenaufzüge in die 20 Menschen passen. Es war ziemlich voll. Dann kamen noch drei Russen. Plötzlich waren wir alle Ukrainer.

So sind die Menschen!

H.R.

RÜCKSCHRITT

Die Corona bedingten Einschränkungen werden gelockert, russische Panzer ziehen sich von der Grenze der Ukraine zurück, die Schneeglöckchen blühen. Alles könnte gut sein, hätte Dina nicht wieder zugenommen. Sie wiegt jetzt mehr als vor Beginn der Diät.

Für übergewichtige Menschen dürfte das keine besondere Überraschung sein. Sie kennen das Auf-und-Ab, auch Yoyo-Effekt genannt. Uns hat Yoyo heute morgen völlig unerwartet erwischt. Und natürlich ist Dina völlig unschuldig, denn sie bekommt ihre Futterrationen ja nur zugeteilt.

Um Dina das Futter nach der Fressweigerung schmackhaft zu machen, hatten wir einem Tipp der Futterhersteller folgend, mal ein wenig Rinderbrühe, mal ein wenig Frischkäse darunter gemischt. Offenbar zu viel! Und nun? Antwort der Tierärztin auf die Frage, was wir denn jetzt machen sollen, falls Dina wieder das Futter verweigert: „Wie schon beim letzten Mal – einfach ignorieren. Tiere wie Menschen können bis zu drei Wochen ohne Essen auskommen.“

An der Stelle fiel mir die Äußerung unseres früheren Hundesitters Jazek ein: „Die Menschen sind das Problem, nicht die Hunde.“

H.R.