DINA 11

Im Juli ist Dina 11 Jahre alt geworden. Sie ist jetzt nach der Mensch-Hundejahre-Rechnung fast so alt wie ich. Noch zwei Jahre und sie hat mich überholt. Dina hat rund um die Schnauze eine paar graue Haare. Bei mir sind sie alle grau. Sie kann immer noch keine Katzen leiden und bei Hunden ist sie ausgesprochen wählerisch. Am sympathischsten sind ihr oft Vertreter von Rassen, von denen wir nicht so begeistert sind.

Gemeinsam haben wir die Pandemie überstanden, die erste Präsidentschaft von Trump, das Desaster der Demokarten rund um den greisen Biden, das Ende der Ampelregierung, den unglücklichen Start von Friedrich Merz und die zunehmenden Folgen des Klimawandels. Dina hat zwei Zahn- und eine andere OP inklusive Vollnarkose hinter sich gebracht und ist topfit „für ihr Alter“. Diese ärztliche Umschreibung des Erhaltungszustands kenne ich. Wir nehmen beide Nahrungsergänzungsmittel. Zum Teil die gleichen.

Seitdem die Deutsche Post ihre Wagen elektrisch fahren läßt, wird sie bereits ausgebellt, bevor wir sie überhaupt bemerkt haben. Hunde, sagen die Postboten, mögen das Geräusch nicht. Bei unserem E-Auto bleibt Dina allerdings völlig ruhig, vermutlich weil ein gutes Drittel davon ihr gehört. Richtig wütend wird sie, wenn der Nachbar seinen alten Rasentraktor anwirft. Wäre kein Zaun dazwischen, würde sie so lange in die Reifen beißen, bis sich das Gerät nicht mehr bewegt.

Dina geht nach wie vor nicht ins Wasser. Nicht in Teiche, Seen, Bäche und schon gar nicht ins Meer. Sie kann überhaupt nicht verstehen, warum andere Hunde, z.B. Labradore so verrückt sind, Stöckchen und Bälle immer wieder mit Begeisterung aus dem See zu holen. Rasensprenger dagegen findet sie toll. Je häufiger die Sprenger laufen, desto häufiger ist Dina triefendnass und sehr zufrieden. Wenn dann noch eine Katze oder ein Hase vorbeikommen, die sie ein bißchen jagen kann, nur so aus Gewohnheit, ist ein Tag nahezu perfekt.

HR

FELLWECHSEL

Wie kommt die Entscheidung für einen bestimmten Hund zustande? Bei uns war es ganz klar: Nicht so groß, nicht so schwer, kein Jagdhund, eine Hündin und kurzes Fell. Das Ergebnis: Dina! Eher größer, eher schwerer, würde gerne jagen, sehr langes Fell. Aber immerhin: Sie ist kein Rüde!

Dieses Mal dauert der Fellwechsel besonders lang und er ist besonders heftig. Einmal schütteln und die Dielen sind mit Haaren bedeckt. Gerade mußte der Staubsauger „enthaart“ werden. Der Menge nach zu urteilen, betreiben wir einen Friseursalon.

Einen Vorteil hat das kurze Fell: Dina sieht so schlank aus, als ob sie fünf Kilo abgenommen hätte. Vorläufig lassen wir sie nicht wiegen!

H.R.

DINA UND DIE PFUNDE

Es gab lange keine Neuigkeiten über Dinas Gewichtsproblemen. Das hatte Gründe. Vor einigen Wochen musste Dina wieder auf die Waage der Tierärztin. Es ging im Grunde nur noch um die Bestätigung, dass sie mindestens ein weiteres Pfund abgenommen hatte und das Wunschgewicht von ca. 22 kg in greifbarer Nähe sei.

Es kam anders! Dina hatte zugelegt! Bestürzung, Verwirrung, Ratlosigkeit – auch bei der Ärztin und ihrer Assistentin. Dina wurde nochmals gewogen, dieses Mal ohne Geschirr. Die Waage ließ sich nicht überlisten. 24 kg blieben 24 kg.

Weshalb kommt dieser Gewichtszustandsbericht gerade heute: Soeben ist Dina unterwegs zum Wiegen. Dieses Mal sind wir ganz sicher: Sie hat dramatisch abgenommen.

H.R.

FUTTERVERWEIGERUNG

Vorgestern war es soweit: Nach Wochen klaglosen Verzehrs ihres Diätfutters, verweigerte Dina jede weitere Mahlzeit. Abrupt hörte sie nach wenigen Bissen auf, zu fressen. Hatte sie entschieden, ihr Idealgewicht erreicht zu haben? Hatten sich fremde Geschmacksnoten ins Trockenfutter eingeschlichen? Gab es in den von Futalis in Einzeltüten abgepackten Tagesportionen Veränderungen? Stimmte etwas mit dieser speziellen Tüte nicht? Fragen über Fragen.

Eine neue Tüte brachte keine Veränderung. Hunde, insbesondere Collies, können sehr verächtlich gucken. Dina tat es.

Könnte der Hund krank sein? Trinkt sie? Spielt sie? Rennt sie? Schmust sie? Ist die Nase feucht? Zwei Tage ging das so. Dina wirkte völlig normal, nur von ihrem Futter wollte sie absolut nichts wissen. Zur Sicherheit bekam sie ein wenig vom allseits beliebten Allheilmittel für magenkranke Hunde – körniger Frischkäse. War sofort weg!

Besorgter morgendlicher Anruf bei der Tierärztin: Anrufbeantworter. Anruf auf dem Handy: Keine Reaktion. SMS-Nachricht: Was sollen wir tun? Endlich am Abend die Botschaft aus dem Skiurlaub:

„Ignorieren!“

Haben wir gemacht. Dina frisst wieder!

H.R.

HUND UND MENSCH

Es ist Zeit, wieder einmal über Dina zu berichten, denn es sind Fragen aufgetaucht. Hat unser superschlauer Collie Dinge wieder verlernt, die schon einmal beherrscht wurden? Zum Beispiel das Umdrehen einer Plastikdose unter der ein Leckerli versteckt ist. Nach zwei vergeblichen Versuchen, weil die Dose auf dem Holzboden einfach wegrutschte, legte sich Dina vor die Dose und starrte sie nur noch an. Daraufhin wurde die Dose auf einen Teppich gelegt, um das Wegrutschen zu verhindern. Kein Erfolg. Dann wurde ein kleines Stück des Leckkerli (Rinderlunge) unter den Rand der Dose geklemmt. Kein Erfolg. Der Hund starrte die Dose an, schaute uns an, ihr Gesichtsausdruck schien zu sagen: „Leute, was soll der Scheiß?“

Nun begann eine Diskussion darüber, ob der Hund regrediert sei oder einfach zu bequem? Oder ob sie einfach zu gut erzogen sei und nur von Hand gereichte Leckerli als zum Verzehr freigegeben betrachte? Zwischen den beiden anwesenden Menschen (Chef und Chefin) gab es unterschiedliche Meinungen. Derweil starrte Dina weiterhin die Plastikdose an. Schließlich resignierten die Chefs. Gesichtswahrend wurde die Dose umgedreht. Das Leckerli war jetzt frei zugänglich, musste allerdings noch mit der Schnauze aus der Dose geholt werden. Eher gelangweilt wurde diese Pseudoaufgabe gemeistert.

Fürs Wochenende sind weitere Prüfungen der Leckerli-Intelligenz geplant. Wir berichten!

 

DOG-PARKER

Hundeknast nennen innovationsfeindliche Kritiker eine sinnreiche Neuerung – woher wohl? – aus den USA natürlich: Dort hat eine findige Startuperin das Bedürfnis von Frauchen und Herrchen entdeckt, den geliebten Vierbeiner mal für einen ungestörten Plausch oder einen schnellen Einkauf gut untergebracht zu wissen. Der Dog-Parker ist eine Art Hightech-Hundehütte, in der es dem Hund an nichts fehlt – ausgenommen an Frauchen und Herrchen versteht sich. Abgerechnet wird elektronisch wie bei Fahrrädern, Elektrorollern und beim Carsharing.

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HUNDESPORT

Hört oder sieht man heute eine Sportsendung, hat man zuweilen den Eindruck, man ist an einen Kriminalreport geraten. Da werden zu Hauf die Fälle fehlgeleiteten, gedopten Ehrgeizes angeprangert auf dem Siegertreppchens zu stehen, ganzen Sportkadern droht der Ausschluss von internationalen Wettbewerben, ein von seinen verzückten Bewunderern gar zum Kaiser gekrönter Schöpfer eines sogenannten Sommermärchens entpuppt sich mehr und mehr als begnadeter Märchenonkel in Sachen WM-Finanzen, greise Granden des Weltsports sollen die Hand nicht nur in den Schatullen ihrer Organisationen sondern auch an den Schenkeln weiblicher Untergebener gehabt haben.

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HUND POLITISCH

Es wird jetzt viel über Hunde und Staatsführer berichtet. Der Hund des französischen Präsidenten hat vor laufender Kamera einen Kamin im Elysee angepinkelt. Der russische Präsident bekam von einem anderen Präsidenten einen Welpen geschenkt. Dabei hat er, wie wir alle seit dem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin wissen, schon lange einen. Nur der amerikanische Präsident hat noch immer keinen Hund. Er will angeblich auch keinen.

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