Hundetagebuch 47

Lieber Ulrich,

ich habe heute mit Mika das Hundeverbot am Berliner Schlachtensee ausführlich besprochen. Mika ist es völlig egal! Sie findet den Rundweg am Schlachtensee schon seit langem doof. Zu viele aus dem Nichts auftauchende Radfahrer, zu viele herumkeuchenden und Leute anrempelnden Jogger, überall Müll im Gebüsch und ins Wasser darf sie auch nicht.

Leider musste ich sie darüber informieren, dass nun auch ein Hundeverbot am Grunewaldsee im Gespräch ist, dort also, wo wir – viel zu selten – die gemeinsamen Spaziergänge mit Dir und Emma absolvieren, bevor wir dann auf einen Kaffee einkehren (manchmal gibt es auch ein Stück Kuchen). Nach dieser Nachricht legte sich Mika erst einmal in ihr Körbchen und dachte offensichtlich nach.

Die Ergebnisse ihres Nachdenkens fasse ich hier kurz zusammen: Sie schlägt die Aufteilung der Stadt in Bezirke für Menschen mit Hund und für solche ohne Hund vor. Als hundefreier Bezirk steht Zehlendorf durch die Schlachtensee Entscheidung praktisch schon fest. Charlottenburg und Tiergarten sind der „pro Hund“ Bewegung vorbehalten. In den Bezirken für Hunde und Menschen (auch andere Tiere sind willkommen), gibt es ausreichend Mülleimer und von der Gemeinschaft finanzierte Tütchenspender.

Wer die Ablagen seines Hundes nicht entfernt, muss sozialen Dienst im Tierheim machen und im Wiederholungsfall eine bestimmte Zeit in einem hundelosen Bezirk verbringen. Undisziplinierte Hundebesitzer werden von ihrem Hund an der Leine geführt und müssen einen Hundeführertest machen, ganz nach der Devise: „Der Mensch ist das Problem, nicht der Hund!“

Bürgerinnen und Bürger ohne Hund können auf Antrag eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Auch Familien mit Leihhund sind willkommen. Das Fahrradfahren auf dem Bürgersteig wird untersagt, da dieser ab sofort für Fußgänger mit und ohne Hund, Menschen mit Kinderwagen, Kinder mit Rollern, für Rollatoren und Einkaufswagen vorgesehen ist.

Noch nicht ausformuliert sind die Vorschläge zur Umgestaltung der repräsentativen parlamentarischen Demokratie im Land Berlin. Dafür schlägt Mika eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe vor. Kennst Du zufällig vernünftige LokalpolitikerInnen mit Hund? Ich habe mich bereit erklärt die erste Sitzung zu moderieren. Sie soll auch live in Alex, dem offenen Kanal Berlin, übertragen werden.

Bevor wir aber richtig loslegen, möchte Mika unbedingt wissen, was Emma von der Sache hält. Wir hoffen bald von ihr zu hören!

Hansjürgen

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