DEPARTEMENSTOREPOLITIK

Donald Trump ist Geschäftsmann. Ein sehr erfolgreicher noch dazu. Selbst wenn mal eines seiner Geschäft schief ging – wie zum Beispiel das Spielerparadies Atlantic City – hatten naive Anleger das Nachsehen, nicht Donald Trump. Er wird also Amerika wie ein Geschäftsmann regieren – nein führen. Wie ein großes Warenhaus. Alle seine bisherigen Äußerungen zeigen das.

Wer am 20. Januar ein politisches Programm erwartet, wird enttäuscht werden. Ein politisches Programm, so wie man das bisher verstanden hat, gibt es bei Donald Trump nicht. Er wird weiterhin twittern, wenn ihm danach ist und sich um sein Geschäft kümmern: Als Präsident um den großen Departementstore USA. Er wird die Welt dabei unterteilen in Kunden, Lieferanten und Konkurrenten. Den Lieferanten wird er, wo er es kann, die Bedingungen diktieren.

Er ist da vollkommen berechenbar. Wenn auch häufig etwas vulgär in der Vermittlung. Grundlage seines Denkens und Handelns sind Kosten und Nutzen, Umsatz und Gewinn. Besonders Gewinn. Was keinen Gewinn bringt, ist für einen Geschäftsmann uninteressant.

Wer das nicht versteht, deutet Trumps Äußerungen falsch.

Hat Trump etwas gegen deutsche Autos und andere Produkte? Keineswegs. Wenn er sie aber ins Sortiment nimmt, müssen sie Gewinn bringen. Gewinn für sein Geschäft. Und das tun sie nicht, wenn sie außerhalb der USA hergestellt werden und die Kauferlöse nicht in den USA landen. Folgerichtig sollen deutsche und andere ausländische Produkte in den USA produziert werden und amerikanische Arbeiter in Lohn und Brot bringen, wie er es versprochen hat.

Hat Trump etwas gegen Mexikaner? Kommt drauf an. Er wird sie in seinem Geschäft weiter billig arbeiten lassen, wenn es sich lohnt. Denn kein erfolgreicher Geschäftsmann wird einen teuren Angestellten beschäftigen, wenn er einen billigeren für dieselbe Arbeit bekommt. Die Mauer an der mexikanischen Grenze ist Bluff. Denn eine solche Mauer wäre eine viel zu teure und noch dazu nutzlose Investition. Und dass die Mexikaner sie bezahlen würden hat Trump nie ernsthaft geglaubt.

Hat Trump etwas gegen Angela Merkel? Nicht wirklich. Er findet es, ganz Geschäftsmann, nur töricht, Leute in seinen Laden zu lassen, die nichts kaufen, weil sie kein Geld haben, sondern noch dazu Geld kosten. Ansonsten schätzt Donald Trump Angela Merkel eigentlich.

Hat Trump etwas gegen die NATO? Weit gefehlt. Er weiß, wie wichtig die NATO für ihn ist. Er findet als Unternehmer seines Departementstores nur, dass die Security zu teuer ist. Vielmehr, dass er nicht die Security für Produktionsstätten und Warenlager ausländischer Unternehmer bezahlen muss.

Findet Trump den Brexit gut? Natürlich. Der Brexit schwächt vermutlich den Konkurrenten Europa. Und das ist gut fürs eigene Geschäft.

Bewundert er Wladimir Putin? Nein. Er hofiert ihn. Er weiß, dass Putin im Gegensatz zu ihm kein Geschäftsmann ist. Putin ist durch und durch das, was Trump nicht ist. Ein Politiker, den Geschäfte nur an zweiter Stelle interessieren an erster Stelle ist es Macht. Aber in Putins Reich leben sehr viele Kunden für US-Produkte. Folgerichtig findet Trump es als Geschäftsmann vollkommen falsch, Russland Waren zu verweigern die man dort gewinnbringend absetzen kann. Also weg mit dem Embargo, das den Machtmenschen Putin noch dazu verärgert und ihn der Konkurrenz in die Arme treibt.

Und China? China ist ein Konkurrent, den Donald Trump wirklich fürchtet. Weil China nämlich ein weitaus größerer Departementstore ist als die USA. China hat nicht nur gigantisch mehr Kunden als die USA, China produziert auch gigantisch mehr Waren. Und im Gegensatz zu Russland ist China innovativ und hat preiswerte Angebote in seinen Regalen. China ist der einzige ernst zu nehmende Konkurrent für Donald Trump. Und weil er bisher keinen Plan hat, wie er mit diesem Konkurrenten umgehen soll, verlegt er sich aufs Drohen.

So ungefähr habe ich meinem Freund Dan, als ich ihn gestern traf, meine unmaßgebliche Meinung zu Donald Trump geschildert.

– Dann hältst Du Trump also für einen Pipi-Langstrumpf-Politiker? ‚Ich mache mir die Welt widewidewie sie mir gefällt? Eine Art pöbelnden Filialleiter seines Supermarkts, wollte Dan wissen.

– Nein, so wird man kein Milliardär, widersprach ich. Trump ist ein knallharter Kapitalist, zu dessen Handwerkszeug Bluff und Drohen gehört. Und ich glaube, das sehen die Staatslenker der übrigen Welt inzwischen ähnlich. Mir tun nur die trumpgläubigen Kunden leid. Sie werden auf Sonderangebote und jede Menge Schäppchen warten. Aber die wird es nicht geben, denn der Mann hat nichts zu verschenken.

– Und weißt Du was ich inzwischen erfahren habe, raunte Dan plötzlich geheimnisvoll: Trump hat Angst. Er hat nie damit gerechnet, Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Das ganze war eigentlich als große PR-Aktion für seine Geschäfte gedacht.

– Woher willst Du das wissen?

– Darf ich nicht sagen.

Wie schon häufiger erwähnt: Dan ist Verschwörungstheoretiker und glaubt an Außerirdische.

UdM

 

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