GELEGENTLICH

Heute war wieder keine Post im Briefkasten, obwohl welche hätte drin sein müssen.

Wie man das Alter von Bäumen recht zuverlässig an den Jahresringen ablesen kann, gilt das auch für das ungefähre Alter von Menschen, wenn man es auf die Postzustellung bezieht.

Jemand, der sich an eine drei Mal tägliche Postzustellung erinnern kann, muss in den vierziger Jahren geboren worden sein. In den Fünfzigern, war er also so um die zehn Jahre alt und kann sich erinnern, wie er sehnlich auf den Luftpostbrief der Brieffreundin aus Französisch Polynesien wartend drei mal zum Briefkasten gelaufen ist; morgens, mittags und abends.

In den Sechzigern brauchten der Zehnjährige und alle anderen nur noch zwei Mal nach der Post zu sehen.

In den Siebzigern dann nur noch einmal.

Heute kommt die Post mal und mal nicht. Man kann also sagen, seit die Post irgendwie eine Art Konzern geworden ist, beliefert sie ihr Kunden gelegentlich.

Heute Geborene werden ihre Eltern Fragen: ‚Post? Was ist das?’

Dann können die Eltern sagen:’ Post, das ist ein Monopol. Ein Monopol für keine Briefzustellung.

UdM

 

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