SPRACHE

Mitte des vergangenen Jahrhunderts gab es eine Bewegung, die Groß- und Kleinschreibung im Deutschen abzuschaffen. Einige Schriftstellerinnen und Schriftsteller praktizierten diese Schreibweise. Auch unter Schülerinnen und Schülern war die Variante beliebt, sie half Fehler zu vermeiden und war eine Möglichkeit, sich abzuheben. Es gab auch Pädagogen, die sich dafür aussprachen. Aus dem Vorschlag ist nichts geworden.

Die SPD-Familienministerin Christine Lambrecht hat sich nun gegen die Verwendung eines anderen Neuerungsversuchs der deutschen Schriftsprache gewandt – Gendersternchen und andere Gendersonderzeichen. Diese Schreibweisen seien nicht „allgemein verständlich“.

Was sie nicht erwähnt: Sie sind, anders als bei der Groß- und Kleinschreibung, auch schwer zu sprechen und ideologisch belastet. Mehrheitsfähig sind sie ebenfalls nicht, taugen aber dazu sich als progressiv abzuheben.

Die Frauenministerin plädiert dennoch für eine geschlechtergerechte Sprache, also die Vermeidung des „generischen Maskulinums“. Das ist zwar ein wenig mühsamer, dafür wird die geschlechtliche Diversität aber auch nicht auf *, :, I oder _ reduziert. Weiblich und männlich und anders respektiert die Menschen in ihrer individuellen Ausprägung auf jeden Fall mehr, als ein vereinfachendes Sonderzeichen. Es ist allerdings mit mehr Aufwand verbunden.

P.S.

Schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts erklärte uns unser Biologielehrer, dass es von Natur aus keine hundertprozentigen Männer und keine hundertprozentigen Frauen gäbe, sondern dass wir uns alle irgendwo zwischen diesen beiden Polen bewegen, alle ein bißchen * : I _ .

H.R.

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