Hundetagebuch 14

Lieber Ulrich,

für heute, obwohl einige Tage seit Deiner letzten Mail vergangen sind, nur ein paar kurze Informationen „über den letzten Stand der Dinge“, ein Wickert Spruch, der mir auch nicht wirklich fehlt. Hast Du zufällig schon seine Büchersendung gesehen, die eine schlecht kaschierte Talkshow ist? Und nun dürfen wir demnächst Friedrich Nowottny als einen der Schwangerschaftsvertreter von Frau Maischberger erleben, der mir 1975, als der WDR in Köln mir anbot „Je später der Abend“ zu übernehmen, in deutlichen Worten klar machte, dass Journalismus und Talk unvereinbar seien. Na, gut!

Mika hat die Menschenansammlung am vergangen Sonntag sehr genossen, war auch ausgetobt und friedlich, nachdem das Haus sich wieder gelehrt hatte. Ganz hatten es unsere Hunde dann doch nicht geschafft, das Ereignis zu dominieren.

Mein Toleranz wächst übrigens täglich: Löcher im Rasen? Gebuddel neben der Magnolie? Ständig neue Tatzenabdrücke auf den weißen Fliesen im Wintergarten? Stinkende Kauknochen neben dem Sofa? Alles nur Gewohnheit! Und was gibt es besseres, um seinem Hund nahe zu kommen, als frisch „Abgelegtes“ mit dem geschickten Griff durch das Plastiktütchen zu entfernen und im Mülleimer zu entsorgen? Ich versuche stolz auf mich zu sein, was in der Regel gelingt.

Mika fährt inzwischen ohne Probleme Auto und ist ein guter Bürohund. Allerdings weigert sie sich bisher konstant irgendwo anders als im eigenen Garten ihre Geschäfte zu verrichten, so dass D. zum Wahrnehmen einer sonst in der Regel ausfallenden Mittagspause und einem Kurztrip nach Kleinmachnow gezwungen war. Denn weder der Parkplatz noch der Tiergarten wurden von Mika als angemessen akzeptiert. Und nachdem sie in höchster Not das Büro des Volontärs durch die Entleerung ihrer Blase ausgezeichnet hatte, wollte die Chefin keine weiteren Zwischenfälle (er)dulden.

Die Nachbarn finden unser täglich größer werdendes Hündchen nach wie vor süß, nett, toll. Im Haus gegenüber gibt es auch einen professionell eingezäunten Garten, in dem ich Mika entspannt herumrasen lassen konnte, was bei uns leider nicht mehr der Fall ist, da sie eine durchlässige Hecke im Vorgarten zu unerlaubten Ausflügen in die anliegenden Grundstücke nutzt. Die Passanten amüsieren sich, wenn ich wie eine Slapstickfigur hinter dem Hund herrenne. Sie finden auch das ganz einfach „süüüß“. „Typisch junger Hund“! „Das gibt sich!“ „Wir kennen das!“ „Aber so ein lieber Hund!“

Der liebe Hund liebt Pellkartoffel. Morgen werde ich weitere Gemüsesorten hundetauglich präparieren. Mal schaun! Außerdem muss ich in den Baumarkt weiteren Zaundraht besorgen, muss Hundefotos an Freunde und Verwandte schicken. Und dann kommt noch eine frühere Kollegin mit ihrem Terrier vorbei. Mal sehen, ob wir über irgend etwas anderes als Hunde sprechen können.

Im Fernsehen läuft jetzt Hape Kerkeling, das könnte mich entspannen. Vielleicht schlafe ich auch darüber ein, denn heute Nacht um vier, durfte unser Kater ins Bett kommen, damit der nicht traumatisiert zum Tierpsychologen muss.

Am Wochenende mehr! Wauuuuuu….

Hansjürgen

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