NOMEN EST OMEN

Der Checkpoint des Berliner „Tagespiegel“ veröffentlicht seit gestern die Liste von Straßen und Plätzen, bei denen auf Grundlage einer Untersuchung des Politologen Felix Sassmannshausen, eine Umbenennung oder Kontextualisierung empfohlen wird. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung in bester Absicht von Berlins Antisemitismusbeauftragtem.

Umbenennung wird zum Beispiel empfohlen für den Hoffmann-von-Fallersleben-Platz, den Kaiserdamm, den Kronprinzendamm, die Otto-Dibelius-Straße, die Cicerostraße, den Richard-Wagner-Platz oder die Martin-Luther-Straße. Bei Adenauer, Bismarck, Goethe oder Kant wird weitere Forschung angeraten.

Bevor das nun zu einem weiteren Historikerstreit führt, ein Vorschlag zur Güte: Wo immer möglich, wird auf den Vornamen verzichtet. Also nicht mehr Richard-Wagner-Platz, sondern Wagner-Platz. Irgendein unverdächtiger Wagner wird sich schon finden lassen.

Kaiserdamm wird künftige getrennt geschrieben, zur Not kontextualisiert mit dem Hinweis auf eine verschwundene Lebensmittelhandelskette. Bei Cicero handelt es sich ohnehin nicht um den römischen Konsul und Schriftsteller, sondern um den Jazz- und Popmusiker Roger Cicero.

Wir dürfen gespannt sein, wie die Sache weitergeht!

H.R.

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