Neujahrswunsch 2019

Wir in Zeiten von Heuchelei, Demagogie, Hass und ihren schrecklichen Folgen Geborene hofften die Bestie besiegt. Aber nein: Sie höcket im Gauland und weidelt ihre Pegiden. Nehmt ihr die Prozente mit denen sie sich mästet!

UdM

3.Januar 2019

WARUM NICHT GLEICH SO ?

Eine Reihe von Problemen, die uns lange Zeit bedrückt haben, können kurz vor Jahresende auf überraschende Weise gelöst werden: Die Dieselproblematik (böswillig auch Dieselskandal genannt), die Parkprobleme in Innenstädten, eine sichere Altersversorgung und die Verlängerung unserer Lebenszeit.

 

Beginnen wir mit der Dieselproblematik. Ihr Ursprung ist nicht der Dieselmotor sondern es sind die Werte, mit denen seine angebliche Schädlichkeit für Lebewesen gemessen wird. Sie sind wirklichkeitsfremd. Sie gehören dem tatsächlichen Schadstoffausstoß angepasst, also heraufgesetzt. Außerdem müssen Messstationen von viel befahrenen Straßen in Parkanlagen und Fußgängerzonen verlegt werden. Zurzeit stehen sie unsinnigerweise dort wo viele Autos fahren anstatt an Orten wo viele Menschen spazieren gehen.

Der ADAC weist darauf hin, dass Autos einem Naturgesetz gehorchend größer und vor allem immer breiter werden. Namentlich die sogenannten SUVs. Einparken ist zwar noch möglich, Ein- und Aussteigen kaum noch. Schuld sind die zu engen Parkmarkierungen. Dies zu beheben genügen ein paar Eimer Farbe. Die alten Markierungen werden übermalt und durch neue, der SUV-Breite angepasste ersetzt.

Genauso einfach ist es mit einer sicheren Altersversorgung, empfiehlt ein Kandidat für den Vorsitz einer großen Volkspartei: Alle Menschen, ob Mittelstandsmillionäre oder Hartz IV-Empfänger sichern ihren Lebensabend zukünftig mit Aktien ab.

Wie man den Aktienkauf durch eine lebensverlängernde Maßnahme hinausscheiben kann, hat ein älterer Holländer ersonnen: Man geht mit seinem Ausweis zur zuständigen Behörde und bittet um einen neuen Ausweis mit einem um zwanzig oder mehr Jahre nach vorn versetzten Geburtsdatum.

Die Dinge können so einfach sein, wenn man sich nur ein wenig Mühe gibt.

 

UdM  06.12.18

LECKERLIKUNSSTÜCKE

Liebe Dina-Chefs,

unsere Mischlings-Emma, zwar kein Hunde-Nerd, wie Eure Dina, aber doch mit der Bauernpfiffigkeit ihrer uckermärkischen Heimat begabt, konnte in jüngeren Jahren neben Dummheiten, wie Wertvolleres zerkauen oder Steaks vom Tisch angeln auch nicht nur für sie nützliche Dinge, wie beispielsweise Türen öffnen, gegen deren Öffnen nichts einzuwenden war. An die Türklinke kommt Emma wegen ihres fortgeschrittenen Alters nun nicht mehr. Allerdings drückt sie problemlos angelehnte Türen auf, selbst wenn der Türspalt noch so schmal ist. Theoretisch.

Praktisch stellt sich Emma mit aufforderndem Blick vor angelehnte Türen, wenn sie nicht hurtig genug für sie geöffnet werden, deutlich ungehalten. Ist kein Mensch in der Nähe, übernimmt sie das Türaufdrücken selbst.

Daraus folgt, übertragen auf Eure Dina, dass sie das Leckerli sehr wohl noch immer unter der Dose hervorholen könnte, nur: Warum die Mühe, wo ihr doch direkt daneben steht? Ihr habt Dinas vorwurfsvollen Blick also vollkommen korrekt gedeutet. Und das heißt, ihr seid keineswegs mehr die Chefs, wie ihr irrtümlich meint, sondern inzwischen das Personal. Chef ist Dina.

Verhaltet Euch also in Zukunft auch so. Denn was mit in Ungnade gefallenem Personal geschieht, hat die US-First-Lady gerade gezeigt. Ihr wollt doch nicht in den Keller verbannt werden, weil Ihr der Guten Stube nicht mehr würdig seid?!

Ich hätte Euch oben eigentlich mit ‚Liebes Dina-Personal’ ansprechen müssen, allerdings auf Kosten der Pointe.

Viele Grüße vom Emma-Personal

 

UdM  15.11.18

HUND UND MENSCH

Es ist Zeit, wieder einmal über Dina zu berichten, denn es sind Fragen aufgetaucht. Hat unser superschlauer Collie Dinge wieder verlernt, die schon einmal beherrscht wurden? Zum Beispiel das Umdrehen einer Plastikdose unter der ein Leckerli versteckt ist. Nach zwei vergeblichen Versuchen, weil die Dose auf dem Holzboden einfach wegrutschte, legte sich Dina vor die Dose und starrte sie nur noch an. Daraufhin wurde die Dose auf einen Teppich gelegt, um das Wegrutschen zu verhindern. Kein Erfolg. Dann wurde ein kleines Stück des Leckkerli (Rinderlunge) unter den Rand der Dose geklemmt. Kein Erfolg. Der Hund starrte die Dose an, schaute uns an, ihr Gesichtsausdruck schien zu sagen: „Leute, was soll der Scheiß?“

Nun begann eine Diskussion darüber, ob der Hund regrediert sei oder einfach zu bequem? Oder ob sie einfach zu gut erzogen sei und nur von Hand gereichte Leckerli als zum Verzehr freigegeben betrachte? Zwischen den beiden anwesenden Menschen (Chef und Chefin) gab es unterschiedliche Meinungen. Derweil starrte Dina weiterhin die Plastikdose an. Schließlich resignierten die Chefs. Gesichtswahrend wurde die Dose umgedreht. Das Leckerli war jetzt frei zugänglich, musste allerdings noch mit der Schnauze aus der Dose geholt werden. Eher gelangweilt wurde diese Pseudoaufgabe gemeistert.

Fürs Wochenende sind weitere Prüfungen der Leckerli-Intelligenz geplant. Wir berichten!

 

DAS ANONYME VOLK

Gestern ging ich hinter einem jungen Mann her, der am Gürtel eine Tasche mit der Aufschrift „Nazis aufs Maul“ trug. Das fand ich spontan ziemlich mutig in den Straßen von Berlin. Wer weiß schon, wem er so begegnet!
Auf der anderen Seite ist es eine Aufforderung zum körperlich auszutragenden Konflikt. Allerdings erfolgt diese Aufforderung und Herausforderung nicht anonym, unter dem Deckmäntelchen des Internet, sondern ganz persönlich, unmittelbar am Körper. Das ist dann schon mutiger, wenn auch nicht gerade ein Aufruf zum friedlichen Austragen von politischen Meinungsverschiedenheiten.
Es ist überhaupt seltsam. Den Parteien jenseits der AfD (die CSU erlaubt sich gezielte Ausrutscher) wird vorgeworfen, dass sie vorgeben, was gedacht und gesagt werden soll. Immer weitere Bereiche werden sprachlich „korrekt“ gemacht. Aber gleichzeitig explodiert der Hass im Internet, in den Netzwerken, beim elektronischen Stammtisch. Die anonyme Volksstimme!
Und die Gaulands unserer Republik arbeiten fleißig daran, dass die anonyme Hetze auch offen daher kommen darf, wenn sie von gewählten Volksvertretern mit Anzug, Krawatte und grauen Haaren fein abgestuft vorgetragen wird.
Warum eigentlich muss Meinung im sozialen Netzwerk, bei Twitter und Co anonym geäußert werden können? Ist die Redefreiheit eingeschränkt, wenn wir hören, sehen oder lesen können, wer sich wozu wie äußert?
H.R.

BLOCKADE

Da wird die Kunst zum Kassenschlager

Und sie treibt mit Entsetzen Scherz.

Frei nach Friedrich Schiller

Nachdem Einzelheiten zum Kunstprojekt DAU bekannt geworden sind, bei dem Teile der Berliner Innenstadt für einen Nachbau der Berliner Mauer abgesperrt werden sollen, und Interessierte gegen Eintrittsgeld erleben dürfen, wie es sich anfühlt, eingemauert zu sein, ist nun durchgesickert, dass zeitgleich das Kunstprojekt BLOCKADE stattfinden soll. Hierzu werden sämtliche Zugangswege an der Berliner Stadtgrenze geschlossen. Während des Kunstprojekts wird Berlin über eine Luftbrücke versorgt. Sie wird von hierfür requirierten Maschinen der britischen Airlines Easyjet und der irischen Ryanair durchgeführt, deren ersatzlos gestrichene Urlaubsflüge den Betroffenen das blockadetypische Gefühl von Hilflosigkeit gegenüber einer totalitären Maßnahme  augenfällig und hautnah vermittelt. Maschinen der deutschen Lufthansa müssen aus Gründen der historischen Authentizität am Boden bleiben.

Die Versorgung der Bevölkerung übernehmen die Konzerne Edeka und Rewe gegen die Vorlage von Lebensmittelkarten, die beim Veranstalter des Kunstprojekts erworben werden müssen. Das kunsthistorisch notwendige Feeling der deutlichen Verknappung von Lebensmitteln wird durch die Preise der Lebensmittelkarten gesteigert. Es wird von einer Verdrei- bis Vervierfachung ausgegangen, zuzüglich Gewinnabgabe an den Veranstalter, bei dem es sich wie bei DAU um ein kommerzielles Unternehmen handelt. Für sozial Schwache wird vor der ehemaligen sowjetischen Kommandantur in Berlin-Karlshorst von als Sowjetsoldaten verkleideten Komparsen Borschtsch ausgeteilt.

Nähere Information erteilt die den Veranstaltern übergeordnete Till-Eulenspiegel-GojH (Gesellschaft ohne jede Haftung).

Die Gesellschaft garantiert, dass sie neben den Einschränkungen des Öffentlichen Lebens auch sämtliche Folgekosten des Kunstprojekts den Berliner Steuerzahlern überlässt.

Zum Abschluss der Veranstaltungen DAU und BLOCKADE verleiht Kulturstaatsministerin Grütters sich selbst, Bürgermeister Müller und allen Verantwortlichen in den Genehmigungsbehörden auf dem Mauerwachtturm vor der Staatsoper den Großen Schildbürgerorden am Bande, während am Himmel eine der letzten flugfähigen Douglas DC 3 kreist, aus der Gummibärchen abgeworfen werden.

UdM  06.09.18

DER KLONHUND

Ein Ehepaar aus Sachsen will seinen bei einer OP verstorbenen Hund, eine Englische Bulldogge, in Südkorea klonen lassen. Kostenpunkt ca. 88.000 Euro. Wer je ein Tier verloren hat, das über lange Jahre zur Familie gehörte, versteht den Schmerz. Aber wer sich dann entschieden hat, einen ähnlichen oder ganz anderen Hund, eine junge oder schon ältere Katze, vom Züchter oder aus dem Tierheim zu sich zu nehmen, der wird zwar immer mal wieder dem anderen Tier nachtraueren, aber auch eine ganz neue, bereichernde Beziehung entwickeln.
Beim Klonhund soll sich gar nichts entwickel. Es soll alles so bleiben wie es war.
Übrigens: Es wird zwar ein genetisch identisches Lebewesen erzeugt, aber das bedeutet noch lange nicht, dass es auch vom Verhalten her der gleiche Hund ist und schon gar nicht der selbe!
H.R.

BAYERISCHE MIGRANTEN

Heute erfährt man aus glaubwürdiger Quelle, dass die Alpen sich allmählich nach Norden vorschieben. Und zwar um einen halben Millimeter pro Jahr. Wenn im Jahr 2156, also nach 138 Jahren die Alpen sich um 69 Millimeter in Richtung der nördlichen Bundesländer beharrlich, mit eindeutig gefährdender Absicht vorgeschoben haben, könnte ein Norddeutscher Bundesinnenminister, sollte er an diesem Tag seinen 69. Geburtstag feiern, auch wenn er es nicht so bestellt hätte, die Alpen nach Süden zurück abschieben lassen – falls Bayern dann noch ein sicheres Herkunftsland ist.

 

UdM  15.08.18

ACH, HEIKO!

Auch Heiko Maas, von dem wir nicht genau wissen, auf Grund welcher Qualifikation er jetzt Außenminister ist (Saarländer allein reicht in diesem Fall nicht), hat sich zum Rücktritt von Mesut Özil und dessen Vorwürfen geäußert. Er glaube nicht, „dass der Fall eines in England lebenden und arbeitenden Multimillionärs Auskunft gibt über die Integrationsfähigkeit Deutschlands.“

Özil ist für ihn also nicht nur türkischer Herkunft, hat sich nicht korrekt vom türkischen Präsidenten distanziert, sondern mit ihm auch noch wahlwirksam fotografieren lassen. Er ist (unerhört!)  reich und lebt im Ausland.

Bevor das politisch ausgesprochen törichte Trikotmeeting mit Erdogan (in London!!!) stattfand, war der Fußballspieler aus Gelsenkirchen ein Musterbeispiel der deutschen Integrationsfähigkeit. Vorbei.

Dass er schon länger kritisiert wurde, weil er die Nationalhymne nicht lauthals mitsang, was zu früheren Zeiten auch deutsche Spieler nicht taten, dass er nach der Erdoganaffaire in den Stadien ausgepfiffen und verbal aufs bösartigste rassistisch beleidigt wurde, nur halb so schlimm. Ist ja Millionär und verdient in England sein Geld.

Wäre er ein armer deutsch-türkischer Kicker und würde in Saarbrücken spielen, dass wäre dann natürlich eine ganz andere Sache. Dann würde sich Heiko Maas so richtig aufregen!

H.R.

DAS NICHTS

Ein Autor der ansonsten von mir geschätzten (und abonnierten) Süddeutschen Zeitung hat es geschafft, aus und über das Nichts einen Artikel zu schreiben, genauer gesagt: Aus dem brandenburgischen NICHTS.

In diesem Nichts befinden sich die vertrockneten Felder der Landwirte, die der Autor besuchte. Bei diesem Besuch ließ es sich nicht vermeiden, auch einigen im Nichts lebenden Menschen, hier Bauern, zu begegnen. Mit ihnen sprach der Autor. Im Nichts gab es auch Vieh, Wald und – Überraschung – eine kleine Stadt. Die lag, wie der Autor auf Grund seiner eigenen Wahrnehmung und Logik schrieb – im NICHTS!

Ich wäre der Chefredaktion der SZ dankbar, wenn sie diesen genauen Beobachter der Wirklichkeit einmal in den Bayerischen Wald schicken würde, der ja im Wesentlichen auch aus NICHTS besteht. Denn wo keine großen Städte sind, und wo die Landschaft nicht zersiedelt ist, da sieht das Reporterauge nur Wald, Wiese, Acker. Eben NICHTS!

H.R.