Der geschätzte Harald Martenstein, bekannt für kritisch klug Humorvolles, hat seine Glosse im TAGESSPIEGEL des vergangenen Sonntags (1.10.) der Sexsimusdebatte in der Berliner CDU gewidmet. Losgetreten wurde sie von einer jungen Parteiangehörigen, die sich mit zugegeben seltsamer zeitlicher Verzögerung über ihren Parteivorsitzenden Henkel beschwert hat, der sie öffentlich als ‚große süße Maus’ bezeichnete, nachdem er ihre kleine Tochter ‚kleine süße Maus’ genannt hatte.
Opakontrolle
Letzte Woche habe ich meine gerade eingeschulte Enkelin nach der Schule abgeholt. Sie war mit ihrer Klasse auf dem Schulhof und begrüßte mich freudig. Die Lehrerin erklärte gerade ein Spiel. Meine Enkelin lief ins Klassenzimmer, holte ihren im Internet ausgesuchten und dann bei den Großeltern in Auftrag gegebenen Schulranzen und überreichte der Lehrerin eine Abholungsgeneralvollmacht der Eltern, auf der auch ich aufgeführt war.
Freipinkler
Vor einer der super designten City-Toiletten stand ratlos eine Gruppe asiatischer Touristen, die entweder mit den Benutzungshinweisen nicht klarkam oder nicht die passenden Münzen parat hatte. Beobachtet wurden sie von einem Flaschensammler, der sich schließlich erbarmte. Mit leicht verständlichen Gesten wies er ihnen den Weg zum naheliegenden Park.
HR
Liebende und Verräter
Der Berliner Straßenwahlkampf zeichnet sich einmal mehr durch bodenlose Einfallslosigkeit und Banalität aus, verbunden mit der konsequenten Verweigerung von klaren Aussagen zum Zustand der Stadt und dem, was bei einem Wahlsieg der betreffenden Partei konkret zu erwarten wäre.
NIX KULTUR
Kürzlich saß ich in einem fast leeren S-Bahnwagen, als ein Straßenmusiker einstieg und sich unmittelbar hinter meinem Platz aufbaute. Er spielte sehr falsch auf einer Ziehharmonika walzerartige Musik. Ich war froh, an der übernächsten Station aussteigen zu können.
Real Fiction
Vor ein paar Jahren habe ich in London eine Box mit allen Staffeln von „The West Wing“ gekauft (drastisch reduziert, verstaubt, im untersten Regal). Die Box verstaubte auch zu Hause weiter, bis sie ein paar Monate vor Beginn der US-Vorwahlen endlich geöffnet und die Folgen nach und nach angesehen wurden.
Schlechte Zeiten
Schlechte Zeiten für heitere Geschichten aus dem Hundeleben, über lustige Begegnungen, die Hundepolizei und die neue Berliner Hundeverordnung, die der Senat noch rechtzeitig vor seinem demokratischen Ende auf den Weg gebracht und das Abgeordnetenhaus verabschiedet hat.
Hundepolizei II
Jetzt ist es passiert. Die Blonde vom Ordnungsamt und ihr kräftiger Kollege haben uns erwischt. Ohne Leine in einer geschützten Parkanlage! 35 € auf die Hand oder Personalien. Kein Geld dabei, keinen Ausweis. Na, ja! „Sie bekommen dann Post.“
DREHBUCH ZUM ZWEITEN
Zum Treffen der Regierungschefs am 28. Juni fehlt noch das Drehbuch.
So war es in einer Berliner Tageszeitung zu lesen. Drehbuchautoren, aufgeatmet!
Während das Fernsehen den ersten Anlauf unternimmt, das Drehbuch beim ‚Tatort’ abzuschaffen, gewinnt es in der Politik zusehends an Bedeutung. Immer öfter lesen und hören wir, dass bestimmte Abläufe bei politischen Frage- und Problemstellungen einem Drehbuch folgen.
Eins, zwei, drei – Hundepolizei!
Der Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus haben es geschafft. Die neue Hundeverordnung wurde verabschiedet. Alle Hunde müssen „im öffentlichen Raum“ an die Leine. Ob groß, ob klein, Leine muss sein!