Hallo, Washington

– Hallo, ich hätte gerne ein Interview mit Mr. Pompeo.

– Das ist nicht möglich. Mr. Pompeo richtet sich gerade in seinem neuen Ministerium

ein.

– Weiß man schon wie lange Mr. Pompeo Minister bleibt?

– Das hängt wie immer ganz allein vom Präsidenten ab.

– OK, ich bleibe am Apparat.

 

UdM

MUTTER COURAGE

Wenn manche Bürger den Eindruck hatten, das politische Leben habe wegen schwieriger Regierungsbildung stillgestanden ist ihnen entgangen, dass trotz fehlender ministerieller Weisungsmacht Wichtiges vorbereitet wurde.

So hat man im Familienministerium die Zeit nicht mit dem Ersinnen neuer Gesellschaftsspiele für Groß und Klein vertrödelt, sondern sich an einen wirklich großen Klops rangewagt: Unsere Nationalhymne. Weiterlesen

WURZELSPIELE

Wir sind nicht verwöhnt, was die Sprachfähigkeiten unserer politischen Klasse angeht. Von der neuen Generalsekretärin der CDU ist in dieser Hinsicht auch nicht viel zu erwarten.
In ihrer Rede auf dem CDU-Sonderparteitag, der sie mit einem Ergebnis wählte, das an die Stimmzahlen des kurzzeitigen SPD-Vorsitzenden und des einstigen DDR-Parteichefs (der ja auch aus dem Saarland kam) heranreichte; in dieser Rede also lieferte Frau Kramp-Karrenbauer ein erstes Beispiel für das was uns erwartet: „Die CDU muss alle ihre Wurzeln bespielen“!“  Wir dürfen gespannt sein, was sie künftig an Sprach-, Wort- und Bilderspielen zum besten geben wird.
H.R.

JAHR DES HUNDES

Manchmal erzähle ich Emma was. Hunde mögen es, wenn man hin und wieder ernsthaft mit ihnen spricht. Sie sehen dann so aus, als würden sie verstehen, was man ihnen sagt.

Deshalb habe ich Emma zwar die für sie erfreuliche Nachricht überbracht, dass die Chinesen jetzt im Jahr des Hundes leben. Verschwiegen habe ich ihr natürlich, was in einigen chinesischen Gegenden angeblich auf der Speisekarte steht.

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FLIEGENDE HUNDE

In den USA hat die Zahl der Therapiehunde dramatisch zugenommen. Das sind „ärztlich verordnete“ Hunde, also z.B. Blindenhunde oder Hunde die Menschen mit psychischen Problemen helfen sollen, den Alltag besser zu bewältigen. Wer einen solchen Hund mit Attest hatte, durfte seinen Begleiter mit in die Flugzeugkabine nehmen. Bald vorbei!


Ähnlich wie beim ärztlich verordneten Marihuana („Hi, Doc, bin so nervös, brauch’n Rezept.“) fanden sich dem Wohl von Mensch und Tier verpflichtete Mediziner, die ein entsprechendes Attest ausstellten, damit auch weniger therapeutische Vierbeiner mit in den Flieger durften. Eine solche Bescheinigung ließ sich besonders kostengünstig übers Internet bestellen. Das Ergebnis waren im Gang herumliegende oder wandernde Hunde, hündische Hinterlassenschaften, Konfrontationen mit anderen Passagieren oder dem Kabinenpersonal..

Jetzt beginnen die Fluglinien die Mitnahme von Hunden generell abzulehnen. Das trifft jetzt alle Reisende, auch die blinden!

GELEGENTLICH

Heute war wieder keine Post im Briefkasten, obwohl welche hätte drin sein müssen.

Wie man das Alter von Bäumen recht zuverlässig an den Jahresringen ablesen kann, gilt das auch für das ungefähre Alter von Menschen, wenn man es auf die Postzustellung bezieht. Weiterlesen

ABGASTEST

Gestern treffe ich meinen alten Schulkumpel Dan Krause. Dan, der überall Verschwörungen wittert und an Außerirdische glaubt. Er sah blass aus.

– Was ist los, Dan? Bist du krank?

– Wie man’s nimmt. Ich war beim Abgastest.

– Mit deinem Wagen. Durchgefallen?

– Nein. Mit mir. Wie viel Diesel ich vertrage.

– Wie?! Du warst einer von den Versuchsmenschen am Klinikum Aachen?

– Nein! Ich war kurz was erledigen. In der Innenstadt.

– Oh- ! Nur mal so angetippt – glaubst du beim Dieselskandal auch irgendwie an Außerirdische?

– Nein. An Unterirdische.

UdM

EIN SCHÖNER TRAUM

Frau Müller rüttelt Herrn Müller wach.

– Michael, wach auf!

Müller schreckt hoch.

– Was ist?


– Hast du schlecht geträumt?

– Ich habe geträumt, ja.

– Was denn, um Marxens Willen?

– Ich habe geträumt, ich säße mit baumelnden Beinen auf dem Roten Kliff.

– Auf was?

– Auf dem Roten Kliff. Das sind hohe Klippen auf der Insel Sylt.

– Auf der Insel Sylt? Da wo die Milliardäre keine Steuern zahlen?

– Genau da. Und der Ralf saß neben mir.

– Welcher Ralf?

– Na, der Stegner. Der hatte mich da hingeholt.

– Warum das denn?

– Er wollte mir das Meer von Schleswig-Holstein zeigen.

– Die Nordsee –

– Ja. Aber ich musste ihm leider sagen, die Krumme Lanke ist größer und schöner. Die Nordsee müssten sie nachbessern.

– Wo du Recht hast – . War er gekränkt?

– Nein. Ich hab ihm ja das MfGL angeboten.

– Das was?

– Das Ministerium für Gute Laune.

– Dem Stegner?! Seit wann gibt es denn so ein Ministerium überhaupt?

– Seit ich Kanzler bin.

– Das hast du geträumt?

– Ja –

– Und was hast du als Kanzler gemacht?

– Ich habe alles nachbessert.

– Und als wir da auf dem Roten Kliff saßen, kam auf einmal der Dobrindt unten am Strand langspaziert, und er hat rauf geguckt zu uns, die ganzen vierzig Meter hoch und hat gerufen, von da unten sähen wir aus wie Zwerge, der Ralf und ich. Und da hab ich zurückgerufen du von hier oben aber auch, selber Zwerg.

– Da hast du’s ihm gegeben.

– Er hat angefangen zu weinen.

– Wie bist du denn überhaupt nach Sylt gekommen?

– Mit dem Flugzeug. Am Flughafen hat mich ein Chor von Viertklässlern verabschiedet. Die haben gesungen.

Alle Lehrer sind schon da,

Wir sind in Pisa Knüller

Danke, danke, danke, Bundeskanzler Müller.

Und als wir dann über Berlin hinweggeflogen sind, da waren alle Baugrundstücke bebaut. Mit erschwinglichem Wohnraum.

– Du bringst es, Michael! Das wusste ich schon immer.

– Und abgeflogen sind wir vom BER.

– Der war fertig? Du träumst aber manchmal auch Sachen, Michael! Das heißt – bis dahin bist du vielleicht sogar Kanzler.

UdM

 

KROKODILE

In Sachsen-Anhalt reichte eine einzige Stimme zur Ablehnung. Keine Groko! In den Medien – ob „heute show“, „Spiegel“ oder „Handelsblatt“ – gab es Ablehnung, da wurde noch über „Jamaika“ verhandelt. Alles scheint besser zu sein als stabile,  langweilige Verhältnisse. Ein heimlicher, hier und da auch offener, Wunsch nach „Chaos“ ist zu spüren.


Nicht noch einmal Merkel, schon gar nicht Schulz und Seehofer. Etwas Neues, Anderes, Frisches, Visionäres, Mutiges, Macron, Trudeau, Lindner, Dobrindt, Spahn, Göring-Eckardt, Habeck, Aufbruch! Wenigstens aber – bitte, bitte – eine Minderheitsregierung, damit etwas los ist im Parlament.

Angeblich sind 53% der gerade befragten Deutschen gegen die Groko. Dazu zählen natürlich diejenigen, denen – ganz rechts und ganz links – besonders viel an unruhigen Verhältnissen liegt. Und es gehören die Wähler der FDP, der Linke, der AfD, der Grünen und die Kritiker innerhalb von CDU/CSU und SPD dazu. Eigentlich müßten es zwei Drittel sein.

HR

 

 

NEUE VORBILDER

Auch die Herausgeber wichtiger deutscher Publikationen können richtig daneben langen. Gabor Steingart (Handelsblatt) hat das heute in seinem „Morning Briefing“ vorbildlich geschafft. Er plädiert im Zusammenhang mit einer Meldung aus dem derzeit eiskalten North Carolina dafür, Alligatoren in die Liste unserer Vorbilder aufzunehmen.

Warum? Weil Alligatoren bei Frost ihre Körpertemperatur absenken und sich mit dem Maul oberhalb der Eisdecke einfrieren lassen.

Keine Ahnung, wie sich das auf die in unseren Breiten überlebende menschliche Spezies anwenden lassen soll. Ist wahrscheinlich als Denksportaufgabe gemeint. Keines großen Nachdenkens bedarf es, wenn er als seine bisherigen Vorbilder die Geschwister Scholl, Martin Luther King Jr., Ludwig Erhard und Mutter Teresa aufführt. Und jetzt eben Alligatoren!

HR