Frohes neues Jahr!
Neu ist die Programmidee nicht, aber offenbar noch immer anregend und einen Artikel im Berliner „Tagesspiegel“ wert: Der Norwegische Rundfunk (NRK) bietet seit Jahren „Slow TV“: Landschaften, Schiffsreisen – stundenlang. Das soll beruhigen, Gegenprogramm im hektischen Fernsehalltag.
Lieber Ulrich,
Mika schläft in ihrem Körbchen neben dem Kachelofen, die Morgensonne scheint in die Fenster, Dire Straits begleiten die Idylle mit Gitarrensound, D. steht aus gutem Grund unter der Dusche. Und damit zum anderen Teil der neuen Gegebenheiten:
Lieber Hansjürgen,
die dritte Nacht ist überstanden. Nachdem Emma in der zweiten sehr unruhig war, in der Wohnung hin und her lief, bis sie einen ihr angenehmen Platz zum Ruhen gefunden hatte, uns aber mit einem herzzerreißenden, jaulenden Bellen aus dem Schlaf riß ( vermutlich hat sie schlecht geträumt oder ist sich selbst in einem unserer großen bis an den Boden reichenden Spiegel begegnet ), verlief die letzte Nacht ruhiger. Mal abgesehen davon, dass Emma mich, immer wenn ich wieder eingeschlafen war, mit ihrer kühlen Schnauze auffordernd an die ihr jeweils nächstliegend Hand stubste, ohne mir mehr zu vermitteln als vielleicht den Wunsch, das Licht anzumachen und ein bißchen zu spielen.
Demokratie lernen ist schwer. Manchmal scheitern schon die ersten Eingewöhnungsversuche am Schulalltag. Diese Woche war ich beauftragt den im Herbst eingeschulten Enkel nach der Schule abzuholen und gleichzeitig sicherzustellen, dass er als Klassensprecher am nächsten Tag von seinem Klassenzimmer aus zum Tagungsort des Schülerparlaments gebracht würde. Die erste Sitzung hätte er schon versäumt, weil keine schulische Begleitperson informiert gewesen sei.
Lieber Ulrich,
Du scheinst zumindest die erste Phase der Familienerweiterung eher als Beobachter überstanden zu haben, was nach landläufiger Meinung für Autoren gegenüber dem allgemein (manchmal auch gemein) tobenden Leben ohnehin zu gelten scheint. Hättest Du nämlich nicht entspannt auf dem Sofa gesessen, Tee getrunken und auf die Ereignisse gewartet, die sich Dir nähern würden, sondern ein Auge auf den offenbar frei laufenden Hund – pardon: auf die süße kleine Emma – geworfen, wäre der Maulwurf noch am Leben!
Lieber Hansjürgen,
wir sind zu fünft. Emma ist da. Eine solche, eigentlich Geburtsanzeigen von glücklichen Eltern vorbehaltene Formulierung erscheint mir angesichts der Veränderung in unserem Leben mehr als angemessen. Aus Erfahrung kann ich behaupten, dass der Einzug eines Säuglings in eine Familie ein idyllisch ruhiger Vorgang ist, gegen den eines Welpen.
Lieber Hansjürgen,
es muss über Schlabbern geredet werden. Wir wissen beide, dass Emma und Mika, je nach Durst oder in von uns nicht erklärbaren Temperamentsausbrüchen beim Trinken mehr oder weniger erhebliche Überschwemmung rund um den Trinknapf erzeugen. Nicht, dass ich auf die Idee gekommen wäre, dieses Phänomen je zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung vorzuschlagen, bin ich doch sehr dankbar, dass genau dies bei unseren US-amerikanischen Freunden geschehen ist.