Der härteste Knüppel war am Ende nicht immer das intelligenteste Schwert.
Annalena Baerbock
Außenministerin
Die dickste Harpune fängt am Ende nicht immer die leckerste Sprotte.
Manne Sievers
Fischfachverkäufer
UdM
Der härteste Knüppel war am Ende nicht immer das intelligenteste Schwert.
Annalena Baerbock
Außenministerin
Die dickste Harpune fängt am Ende nicht immer die leckerste Sprotte.
Manne Sievers
Fischfachverkäufer
UdM
„Der härteste Knüppel ist nicht immer das intelligenteste Schwert!“
Sagt die deutsche Außenministerin zu den möglichen Reaktionen von NATO und EU auf eine militärische Aktion Russlands an der ukrainischen Grenze.
Verstanden, Putin?
H.R.
Bis auf den letzten Platz mit Maskenträgern besetztes BE: Brecht/Weills Dreigroschenoper in der Inszenierung von Berry Cosky. Die Vorstellung hätte schon beginnen müssen, hat sie aber nicht. Eine junge Frau tritt vor den Vorhang, gehört aber nicht zur Inszenierung, sondern verkündet eine zehnminütige Verzögerung, Erklärung werde nachgereicht. Nach geraumer Zeit Auftritt im Parkett: Eine Frau in Grün, ebenfalls nicht zur Inszenierung gehörend, Claudia Roth, die neue Kulturstaatsministerin. Aha: Darum also die Verzögerung. Irrtum. Auftritt Intendant Reese gemeinsam mit dem Dirigenten, auch sie nicht Teil der Inszenierung aber mit der Begründung für den verspäteten Beginn: Der Orchestertrommler hat Corona, ein Ersatz musste gefunden werden, und er ist auch schon da. Vorstellung des Ersatztrommlers, erleichterter Applaus.
Nun sollte es eigentlich losgehen, aber der Intendant beginnt zu plaudern. Die schwierige Situation der Theater, der Kunst überhaupt, Dank an die neue Ministerin für ihren Einsatz gerade auch für die Theater, weshalb man vollbesetzt spielen dürfe, zudem werde die Raumluft pro Stunde dank ausgefeilter Technik dreimal komplett erneuert – warum findet der Mann bei zugegebener Entertainerqualität kein Ende? Wir wollen endlich die Dreigroschenoper sehen! Und da! Zwar kein Reitender Bote, wie später im Stück, aber die junge Frau von ziemlich vorhin mit: Dem Schnelltestergebnis für den Ersatztrommler! Das wurde, Ordnung muss sein, abgewartet. Er ist negativ. Starker Applaus. Saallicht aus, Ouvertüre mit coronafreiem Trommler.
UdM
Auf der Internetseite der Bild-Zeitung findet sich heute folgende Schlagzeile:
„UNGEIMPFT, ARBEITSLOS! Heime und Kliniken verlieren wegen der Impflicht Personal.“
Im Corona-Blog des Rundfunks Berlin-Brandenburg steht eine Geschichte zum selben Thema: „Stellengesuche ungeimpfter Pflegekräfte führen ins Leere.“
Andreas Rausch, Redakteur im Studio Cottbus des rbb, ist 126 aktuellen Stellengesuchen im „Bautzener Kurier“ nachgegangen. Alle kommen aus dem Bereich Gesundheit, „von der Krankenschwester über den Altenpfleger bis zur Physiotherapeutin.“ Sie suchen eine neue Stelle, weil sie umgeimpft sind und das auch bleiben wollen.
Andreas Rausch ruft in den Anzeigen angegebene Telefonnummern an. Er erreicht niemanden. Zum Teil sind die Nummern nicht vergeben, zum Teil unvollständig oder Phantasienummern wie 0160-1234567890. „Ich dachte, das ist ja krass…“.
H.R.
Dem „Spiegel“ wurde zum wiederholten Mal die Veröffentlichung von Teilen eines Textes gerichtlich verboten. Es ging um den Vorwurf von sexuellen Übergriffen bis hin zur Vergewaltigung. Der Beschuldigte ist ein Mann, die anonymen Zeugen sind Frauen. Recherchiert und geschrieben wurde der Artikel von Journalistinnen.
„Kernpunkte des Artikels“, so der Anwalt des Beschuldigten, sind nun untersagt. Öffentliche Reaktionen: Keine.
Ich stelle mir vor, die Beschuldigte wäre eine Frau, das Opfer ein Mann, die anonymen Zeugen Männer, die Verfasser des Artikels Journalisten.
H.R.
Auch öffentlich-rechtliche Qualitätsmedien sind nicht davor gefeit. Wo sich aus einer Meinungsäußerung ein Konflikt konstruieren lässt, wird daraus schnell eine Nachricht. Wenn sich also eine Bundestagsabgeordnete der FDP dahingehend zitieren läßt, es könne über die Frage der Waffenlieferungen an die Ukraine diskutiert werden, wird daraus „Uneinigkeit in der Regierung“.
Dabei ist die Sachlage eindeutig: Bundesaußenministerin und Bundeskanzler haben erklärt, dass es keine deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine geben wird. Thema beendet. Aber das ist natürlich keine Meldung.
H.R.
Gestern war es soweit, Dina wurde gewogen. Zu Hause ist das bei einer Hündin mit einem Gewicht zwischen 22 und 25 Kilo kaum zu bewältigen. Also fuhren wir zur Tierärztin, um festzustellen, ob das neue Futter eine Gewichtsreduzierung bewirkt hatte.
Im Vorfeld gab es mehrfach Diskussionen darüber. „Ich sehe ganz klar wieder ihre Flanken!“ – „Bei dem dichten Fell geht das garnicht!“ – „Ich kann das fühlen!“ – „Lass uns mal abwarten, was die Waage sagt!“ „Wir könnten ja wetten. Sie hat mindestens ein Kilo abgenommen!“ – „Ich wette nicht. Ich warte ab, was auf der Waage steht.“ – „Wieso willst Du nicht wetten?“ – „Hm.“
Dina hat abgenommen, fast ein ganzes Kilo. Alle sind zufrieden. Außer Dina, die wissen möchte, wann es wieder Leckerlis beim Spaziergang gibt und gelegentlich einen Schinkenrest nach dem Frühstück.
Wird es jemals wieder sein wie früher? Wer weiß das in diesen Zeiten schon!
H.R.
Es muss an meiner Mutter liegen. Zu ihren vielen Spruchweisheiten gehörte: „Liebe Ordnung, übe sie, Ordnung spart Dir Zeit und Müh.“ Und: „Ordnung ist das halbe Leben!“ Ich habe das verinnerlicht.
Die Monate nach Silvester sind deswegen in Berlin für mich eine besondere Herausforderung. Überall liegen entsorgte Tannenbäume auf der Straße, neben den Überresten der Jahresendfeierlichkeiten und den nicht abgeholten Blätterbergen. Außerdem der normale Müll: Pappbecher, Tüten, alte Gesichtsmasken, kaputte Flaschen. Was sich so fallen lassen läßt. Hier und da steht ein einsamer Einkaufswagen neben einer alten Matratze.
Ich packe es einfach nicht, darüber hinwegzusehen. Aber irgendwie heißt es immer, gehöre das zu Berlin. In einem Interview des „Tagesspiegel“ sagte die neue Regierende Bürgermeisterin dazu: „Ich habe noch keinen getroffen, der es hip findet, wenn der Müll auf der Straße herumliegt!“
Sollte ich sie irgendwann treffen, frage ich sie nach den Spruchweisheiten ihrer Mutter.
H.R.
Der Papst wünscht sich mehr Kinder: „So viele Paare haben keine Kinder, weil sie keine wollen, aber sie haben zwei Hunde, zwei Katzen“, sagte er am Mittwoch in Rom. Sobald er das Zölibat aufhebt und sich verheiratete katholische Priester dann zwischen Hund, Katze oder Kind entscheiden können, ließe sich über die Sache reden.
H.R.
Der Checkpoint des Berliner „Tagespiegel“ veröffentlicht seit gestern die Liste von Straßen und Plätzen, bei denen auf Grundlage einer Untersuchung des Politologen Felix Sassmannshausen, eine Umbenennung oder Kontextualisierung empfohlen wird. In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung in bester Absicht von Berlins Antisemitismusbeauftragtem.
Umbenennung wird zum Beispiel empfohlen für den Hoffmann-von-Fallersleben-Platz, den Kaiserdamm, den Kronprinzendamm, die Otto-Dibelius-Straße, die Cicerostraße, den Richard-Wagner-Platz oder die Martin-Luther-Straße. Bei Adenauer, Bismarck, Goethe oder Kant wird weitere Forschung angeraten.
Bevor das nun zu einem weiteren Historikerstreit führt, ein Vorschlag zur Güte: Wo immer möglich, wird auf den Vornamen verzichtet. Also nicht mehr Richard-Wagner-Platz, sondern Wagner-Platz. Irgendein unverdächtiger Wagner wird sich schon finden lassen.
Kaiserdamm wird künftige getrennt geschrieben, zur Not kontextualisiert mit dem Hinweis auf eine verschwundene Lebensmittelhandelskette. Bei Cicero handelt es sich ohnehin nicht um den römischen Konsul und Schriftsteller, sondern um den Jazz- und Popmusiker Roger Cicero.
Wir dürfen gespannt sein, wie die Sache weitergeht!
H.R.