Am 1. Advent hatten wir einen jungen syrischen Flüchtling zu Gast. Seit über einem Jahr in Deutschland, anerkannt, eigene kleine Wohnung, täglich vier Stunden Deutschkurs, in Damaskus für LG Mobiltelefone repariert, Arbeitschancen hier – derzeit keine. Er erzählte u.a. die folgende Geschichte:
Dina geht es gut!
Besorgte Anfragen haben mich erreicht. Was ist mit Dina? Wieso erfahren wir nichts von ihren Abenteuern und von Freud und Leid ihrer Chefs?
Luftnummer
Ich hatte sowieso schlechte Laune, weil die soundsovielte Signalstörung dieser Woche bei der S-Bahn mich wieder wertvolle Stunden meines Lebens gekostet hatte, da brauchte ich nicht noch obendrein Dan Krause mit seinen kruden Katastrophenszenarien und Verschwörungstheorien.
Meinungsumfrage zur US-Wahl
Dan hat mich wieder mal abgepasst. Sie erinnern sich vielleicht: Dan Krause, mein Verschwörungstheoretiker. Ich dachte, er wird mich doch jetzt nicht in ein Gespräch über den neuen amerikanischen Präsidenten verwickeln. Falsch gehofft, genau das tat er.
Brennende Akkus, Krähen über dem Kanzleramt
Heute Morgen hat Dan mich wieder mal abgepasst. Nicht Dan Brown, obwohl der gerade in der Stadt sein soll, um den neusten Verschwörungsthrillerfilm nach einem seiner Verschwörungsthrillerromane vorzustellen, sondern Dan Krause. Dan kenne ich noch aus der Schulzeit. Da nannten wir ihn allerdings Dani. Abkürzung von Daniel. Daniel hieß man zu meiner Schulzeit nicht, es sei denn mit dem Nachnamen Düsentrieb.
Frauen schmücken ungemein
Der geschätzte Harald Martenstein, bekannt für kritisch klug Humorvolles, hat seine Glosse im TAGESSPIEGEL des vergangenen Sonntags (1.10.) der Sexsimusdebatte in der Berliner CDU gewidmet. Losgetreten wurde sie von einer jungen Parteiangehörigen, die sich mit zugegeben seltsamer zeitlicher Verzögerung über ihren Parteivorsitzenden Henkel beschwert hat, der sie öffentlich als ‚große süße Maus’ bezeichnete, nachdem er ihre kleine Tochter ‚kleine süße Maus’ genannt hatte.
Opakontrolle
Letzte Woche habe ich meine gerade eingeschulte Enkelin nach der Schule abgeholt. Sie war mit ihrer Klasse auf dem Schulhof und begrüßte mich freudig. Die Lehrerin erklärte gerade ein Spiel. Meine Enkelin lief ins Klassenzimmer, holte ihren im Internet ausgesuchten und dann bei den Großeltern in Auftrag gegebenen Schulranzen und überreichte der Lehrerin eine Abholungsgeneralvollmacht der Eltern, auf der auch ich aufgeführt war.
Freipinkler
Vor einer der super designten City-Toiletten stand ratlos eine Gruppe asiatischer Touristen, die entweder mit den Benutzungshinweisen nicht klarkam oder nicht die passenden Münzen parat hatte. Beobachtet wurden sie von einem Flaschensammler, der sich schließlich erbarmte. Mit leicht verständlichen Gesten wies er ihnen den Weg zum naheliegenden Park.
HR
Liebende und Verräter
Der Berliner Straßenwahlkampf zeichnet sich einmal mehr durch bodenlose Einfallslosigkeit und Banalität aus, verbunden mit der konsequenten Verweigerung von klaren Aussagen zum Zustand der Stadt und dem, was bei einem Wahlsieg der betreffenden Partei konkret zu erwarten wäre.
NIX KULTUR
Kürzlich saß ich in einem fast leeren S-Bahnwagen, als ein Straßenmusiker einstieg und sich unmittelbar hinter meinem Platz aufbaute. Er spielte sehr falsch auf einer Ziehharmonika walzerartige Musik. Ich war froh, an der übernächsten Station aussteigen zu können.