Hundetagebuch 9

Lieber Hansjürgen,

Emma liegt zu meinen Füßen und müffelt eigentlich kaum noch. Das soll tröstend darauf hinweisen, dass sich auch Mikas Duft allmählich dem der umgebenden Raumluft anpassen wird.

Anders wird das bei Regenwetter sein ( wir hatten es morgens ); als Emma da von draußen in die Wohnung zurückkam – nun ja. Es sind eben Hunde. Aus diesem Grund hatte ich bei der Auswahl übrigens auf einem Welpen mit möglichst kurzem Haar bestanden. In der wohl irrigen Meinung, dass die Haare riechen. Es ist aber wohl doch der ganze Hund.

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Rent a Dog

In New York, ist einem Bericht der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende zu entnehmen, können Hunde nach Bedarf gemietet werden. Ist das ein Fall für den Tierschutz? Werden Hunde zu beliebig verfügbaren Gebrauchsgegenständen? Ist das moralisch zu verurteilende Geldmacherei?

 

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Hundetagebuch 8

Lieber Ulrich,

bis vorgestern lautete die erste Hund bezogene Frage von Freunden und Bekannten: „Wie groß wird er denn?“ Seit heute, seit dem ersten Spaziergang durchs Dorf, hat sich die Frage zur Behauptung verwandelt: „Der wird aber groß!“ Wenn nicht in bisher allen Fällen vorausgeschickt worden wäre, was für ein schöner Hund dies doch sei, hätten wir uns mit Sicherheit inzwischen zu wölfischen Verteidigern unseres Sternhageners entwickelt.

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TV-Entschleunigung

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Neu ist die Programmidee nicht, aber offenbar noch immer anregend und einen Artikel im Berliner „Tagesspiegel“ wert: Der Norwegische Rundfunk (NRK) bietet seit Jahren „Slow TV“: Landschaften, Schiffsreisen – stundenlang. Das soll beruhigen, Gegenprogramm im hektischen Fernsehalltag.

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Hundetagebuch 7

Lieber Ulrich,

Mika schläft in ihrem Körbchen neben dem Kachelofen, die Morgensonne scheint in die Fenster, Dire Straits begleiten die Idylle mit Gitarrensound, D. steht aus gutem Grund unter der Dusche. Und damit zum anderen Teil der neuen Gegebenheiten:

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Hundetagebuch 6

Lieber Hansjürgen,

die dritte Nacht ist überstanden. Nachdem Emma in der zweiten sehr unruhig war, in der Wohnung hin und her lief, bis sie einen ihr angenehmen Platz zum Ruhen gefunden hatte, uns aber mit einem herzzerreißenden, jaulenden Bellen aus dem Schlaf riß ( vermutlich hat sie schlecht geträumt oder ist sich selbst in einem unserer großen bis an den Boden reichenden Spiegel begegnet ), verlief die letzte Nacht ruhiger. Mal abgesehen davon, dass Emma mich, immer wenn ich wieder eingeschlafen war, mit ihrer kühlen Schnauze auffordernd an die ihr jeweils nächstliegend Hand stubste, ohne mir mehr zu vermitteln als vielleicht den Wunsch, das Licht anzumachen und ein bißchen zu spielen.

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