Hundebriefe (Neustart) 14.10.2015

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Lieber Ulrich,

die Frage, wie Emma unseren neuen Hund finden wird, hatte ich noch gar nicht berücksichtigt. Hätten wir sie vielleicht doch einbeziehen sollen? Und was ist mit Dir, dem Hundespaziergangsfreund? Aber machen wir die Sache nicht komplizierter als sie ist, sie war ohnehin kompliziert genug. Also, wir haben einen Welpen gefunden und das ging so:

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HUNDEBRIEF 08.10.15

Lieber Hansjürgen,

beginnen wir mit Deiner freundlichen Frage nach Emmas Wohlbefinden. Eben lag sie noch in einer Ecke neben dem Klavier (niemand spielt drauf, leider) und betrachtete mich. Was sie an mir sieht, weiß ich nicht. Ich sitze am Schreibtisch und bewege lediglich die Finger auf der Tastatur. Das kann auch, was optische Reize betrifft, den genügsamsten Hund kaum begeistern. Vielleicht hat sie sich deshalb in eine andere Ecke zurückgezogen, wo es mehr zu sehen gibt.

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Chatten mit der Telekom

Heute habe ich mit Ramona von der Deutschen Telekom gechattet. Sie war sehr nett, wurde aber dann doch allmählich ungehalten, als ich mit den Antworten nicht so richtig zufrieden war. Geradezu säuerlich reagierte sie auf meine Frage, ob es sich bei ihr um einen Menschen oder einen Computer handle. Und ihre Antwort, sie sei „natürlich ein Mensch“, könnte ja ebenfalls vorprogrammiert sein. Vor allem die Nachfrage: „Erwecke ich den Eindruck eines Computerprogramms?“ stimmte mich nachdenklich. Wird damit die Programmierung getestet? Von Siri sind wir ja einiges gewohnt.

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Hundebriefe (Neustart)

Lieber Ulrich,

die Fragen von Bekannten, Freunden Verwandten (Enkeln) häufen sich: „Bekommt Ihr wieder einen Hund?“ „Wann bekommt Ihr wieder einen Hund?“ „Habt Ihr schon einen Hund gefunden?“ Noch sind wir über den Verlust des „schönsten, besten, freundlichsten Hundes der Welt“ nicht hinweg, aber die Aussicht auf ein potentielles neues Mitglied im Familienrudel, hilft ein wenig.

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Damals in Kathmandu

Wir erinnern uns – flüchtig! In Nepal gab es ein schweres Erdbeben. Die Medien berichteten. Natürlich wissen wir, dass das immer nur Ausschnitte sind, Teile der Wirklichkeit, die eher eindrucksvollen, spektakulären. Wir haben damals auch gespendet, unmittelbar an die „Kinderhilfe Nepal e.V.“, die seit vielen Jahrzehnten von einer alten Freundin und Kollegin organisiert wird, die selbst jedes Jahr mindestens zweimal in Nepal ist, manchmal auch häufiger und selbst mit anpackt.

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Zeitungsmeldung vom 15.September 2021

Einige Staaten der Europäischen Gemeinschaft, namentlich Großbritannien, Polen, Spanien, Ungarn und Dänemark, die beim Verteilen der bekanntlich zumeist akademisch qualifizierten Flüchtlinge aus Syrien und der hochmotivierten aus Nordafrika im Jahr 2015 leer ausgegangen waren, fordern von den bei der Aufnahme bevorzugten Staaten, hier besonders von der Bundesrepublik Deutschland, erhebliche Ausgleichszahlungen für die ihnen entgangenen Steuereinnahmen und die volkswirtschaftlichen Vorteile, von denen die durch die ungerechte Verteilung der Flüchtlinge bevorzugten Staaten profitiert hätten. Dies sei ein Gebot der Solidarität.

UdM

Hundetagebuch 01.09.15

Lieber Hansjürgen,

wir sind aus dem kühleren Norden zurück in Berlin. Es sind die vermutlich letzten tropischen Tage dieses Sommers, es ich also heiß. Ich sitzen am PC und lese noch einmal Deinen Brief über Mikas Tod, bin noch immer betrübt, während Emma in ihrer neusten Lieblingsecke in meinem Arbeitszimmer lagert und mich ahnungslos betrachtet. Ahnungslos, warum wir ihr sofort ihren Lieblingsball weggenommen haben, einen kleinen Hartgummi-Flummi, der in seinen unberechenbaren Sprüngen eine echte Herausforderung ans Hundereaktionsvermögen war, aber, wie wir nun wissen, auch eine Gefahr fürs Hundeleben. Ahnungslos auch, weil sie nicht weiß, dass es keine Hundespaziergänge mit Mika mehr geben wird und ahnungslos, weil sie vermutlich diese Spaziergänge als selbstverständlich hingenommen hat, so wie sie deren Nichtmehrstattfinden selbstverständlich nicht wahrnehmen wird. Oder doch?

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Hundetagebuch 20.08.2015

 

Lieber Ulrich,

Mika ist am Sonntag gestorben. Es war, so ironisch es klingt, ein „Sportunfall“. Wie Du weißt, liebte unser Hund Bälle jeder Art. Ihnen wurde hinterhergejagt, sie wurden gefangen, zerkaut, versteckt, apportiert. Am liebsten spielte Mika mit mir Golf, d.h. ich schlug mit einem kurzen Eisen – Golfer wissen was das ist – einen mittelgroßen Ball zwischen 20 und 50 Meter weit, und Mika raste hinterher. Manchmal brachte sie ihn sofort zurück, oft wurde er erst einmal kräftig bekaut. Es war nicht einfach ihr beizubringen, den richtigen Abstand zu halten, damit die Ausholbewegung oder der fliegende Ball keine Gefahr wurden.

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Das Sommerloch

Dieses Jahr scheint das „Sommerloch“ besonders groß zu sein. Da ist dann Platz für viele schöne Geschichten, die sonst keinen Hund (!) hinterm Ofen hervorlocken würden. Nachdem hinreichend beschrieben worden war, dass der SPD-Vorsitzende Gabriel gegen die CDU-Vorsitzende Merkel keinerlei Chance bei der nächsten Bundestagswahl haben wird – auch sonst niemand aus der SPD, obwohl der Berliner Fraktionsvorsitzende Saleh schon Gesine Schwan vorgeschlagen hatte – ließ nun die Kanzlerin durchblicken: Sie sei angesichts solch schöner Prognosen durchaus zur erneuten Kandidatur bereit. Weiterlesen