Hundetagebuch 33

Lieber Ulrich,

„Man kann ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht!“ war auf einem der Autos zu lesen, die auf dem Parkplatz des Hotels „Dolce“ in Bad Nauheim standen. Wir hatten vorsichtshalber bei der Buchung unseres Zimmers im „Wellnesshotel am Kurpark“ gefragt, ob Hunde willkommen seien. „Gegen eine Gebühr von 15.- EUR pro Nacht jederzeit“, lautete die freundliche Antwort. Direkt neben der Vorfahrt, wo sonst dienstbare Geister auf das Gepäck der Gäste warten, fanden wir dann auch die „Hundestation“ mit Tütchenspender und Abfalleimer, und in der großzügigen Halle bellte bereits ein anderer Hund.

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Hundetagebuch 31

Lieber Ulrich,

es fällt mir nicht leicht es einzugestehen, aber Mika – um es altmodisch-sentimental auszudrücken – wächst mir zusehends ans Herz. Das liegt wohl auch daran, dass ich gerade zwei Tage mit ihr alleine auf dem Lande verbracht habe und sie sich ausgesprochen gut benommen hat. Es stimmt schon, was D. mir bei gelegentlichen Krisen entgegenhielt: ein Hund ist im Gegensatz zu unseren unabhängigen Katzen, ein Kumpel und Gefährte. Ganz abgesehen davon, dass er einem allein im Wochenendhaus, ein Gefühl der Sicherheit vermittelt. Noch, vermute ich allerdings, würde Mika einen möglichen Einbrecher eher durch Zuneigungsgesten zum Rückzug veranlassen, als durch glaubwürdige Drohhaltungen.

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Hundetagebuch 29

Lieber Ulrich,

auch auf die Gefahr hin, dass die Frage Deiner Tochter L. doch eine ernster zu nehmendere Grundlage bekommen könnte, als den offenbar zu geringen Austausch ehepartnerschaftlicher Küsse, muss ich Dir leider mitteilen, dass nach Ansicht der einschlägigen Hunderatgeber, die Pubertät in der Tat noch bevorsteht. Auch D. vertrat mir gegenüber die von nachvollziehbarem Wunschdenken geprägte Ansicht, „das Schlimmste“ sei wohl überstanden.

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Hundetagebuch 26

Lieber Ulrich,

schade, dass Deine Eindrücke von Monterey und San Francisco eher negativ sind. Ich gebe allerdings zu, dass ich vor drei Jahren, als wir in Nord-Kalifornien Urlaub gemacht haben, noch nicht mit den Augen eines Hundes die Städte betrachtet habe. In Monterey hatte es D. das Aquarium angetan, das wirklich sehenswert ist, außerdem erlaubte unser Hotelzimmer den Blick aufs Meer und die Robbenkolonie, deren Gestank dennoch weit genug entfernt war. Besonders beeindruckt waren wir von dem Geschick, mit dem die Meerottern Muscheln zu öffnen verstanden.

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Hundetagebuch 12

Lieber Ulrich,

natürlich gibt es auch in der Hauptstadt nette Menschen, die lobende Worte für liebenswerte Welpen finden. Du solltest Dich allerdings nicht so sehr an menschlichen Gerüchen stören, Emma tut es ja offenbar auch nicht.

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Hundetagebuch 11

Lieber Ulrich,

gerade wollte ich Dir stolz berichten, wie gelehrig und unglaublich brav unser Sternhagener Hündchen ist, als es im Wohnzimmer schepperte. Mika hatte beschlossen meine Espressotasse auszulecken. Alles meine Schuld, wie ich weiß, man lässt so etwas einfach nicht mehr herumstehen, wenn ein junger Hund im Haus ist. Anschließend versuchte die Prinzessin das Hundetagebuch selbst weiter zu schreiben, offenbar in der ja nicht ganz falschen Annahme, dass ich nicht nur ihre guten Seiten schildern würde.

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Hundetagebuch 10

Lieber Hansjürgen,

wie gestern geschrieben, musste ich meine Tagebuchseite wg. Brutpflege (Kinder) vorzeitig abbrechen. Besser, ich hätte es nicht getan, denn zu Hause erwartete mich eine geknickte Gymnasiastin mit einem verhauenen Lateintest.

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Hundetagebuch 7

Lieber Ulrich,

Mika schläft in ihrem Körbchen neben dem Kachelofen, die Morgensonne scheint in die Fenster, Dire Straits begleiten die Idylle mit Gitarrensound, D. steht aus gutem Grund unter der Dusche. Und damit zum anderen Teil der neuen Gegebenheiten:

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Hundetagebuch 5

Lieber Ulrich,

Du scheinst zumindest die erste Phase der Familienerweiterung eher als Beobachter überstanden zu haben, was nach landläufiger Meinung für Autoren gegenüber dem allgemein (manchmal auch gemein) tobenden Leben ohnehin zu gelten scheint. Hättest Du nämlich nicht entspannt auf dem Sofa gesessen, Tee getrunken und auf die Ereignisse gewartet, die sich Dir nähern würden, sondern ein Auge auf den offenbar frei laufenden Hund – pardon: auf die süße kleine Emma – geworfen, wäre der Maulwurf noch am Leben!

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