Hundenamen 2

Lieber Hansjürgen,

auch wir – das heißt die ganze Familie – haben uns intensiv mit der Namensfrage beschäftigt bevor Emma Emma hieß. Die Hauptsorge bei der Namensfindung war es,möglicherweise eine Freundin oder Verwandte mit dem Hundenamen zu kränken. Wie leicht das geschehen kann, zeigt ein kleines unerfreuliches Erlebnis bei einem Besuch bei Freunden, deren putziger Rüde auf den Namen Ali hörte. Als ein ebenfalls anwesender, bis dahin sehr freundlicher, schiitischer Kurde gewahr wurde, dass der Hund den Namen des in seiner Religion Verehrten trägt, knallten zwar keine Schüsse, aber Türen.

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Hundenamen 1

Lieber Ulrich,
hast Du mal darüber nachgedacht, warum Euer Hund Emma heißt? Du solltest es tun, denn gerade ist im Tagesspiegel eine kleine Notiz erschienen, die die Überschrift trägt: „Was Namen von Haustieren über deren Menschen sagen“. Offenbar haben Sprachwissenschaftler an der Universität Mainz festgestellt, dass klassische Namen am verschwinden sind: Rex, Mieze, Bello, Flocke. Stattdessen zeichnet sich ein Tendenz zu „Menschennamen“ ab, wie – Achtung! – EMMA.

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Maulwurfvergrämen

Wenn jemand ein todsicheres Rezept hat, um Maulwürfe vom eigenen Grundstück fernzuhalten, ohne dass sie dabei zu Tode kommen, weil sie ja unter Naturschutz stehen: Her damit! Maulwürfe sind nützliche Tiere, aber sie nerven im eigenen Garten ungemein. In Kombination mit Wühlmäusen sind sie die Pest!

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SCHRECK AM MONTAG MORGEN

Foto

Da serviert einem die Ehefrau oder Freundin wie an jedem Morgen den Kaffee am Frühstückstisch, man legt das Kostgeld für die Woche auf die Garderobenanrichte, erinnert daran, dass es noch drei Knöpfe anzunähen gilt und die sauberen Socken ausgehen, verlässt mit einem heiteren ‚Mach’s gut Schatz’ die Wohnung, geht, vielleicht ein Liedchen auf den Lippen, Richtung Parkplatz, kommt am Späti vorbei, verkneift sich an diesem Morgen die Packung Fluppen, weil die Liebste demnächst Geburtstag hat und bleibt fassungslos vor einem Aufsteller der BILD stehen:

JEDE VIERTE FRAU VERDIENT SCHON MEHR ALS IHR MANN.

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Hundetagebuch 28

Lieber Hansjürgen,

Unsere jüngere Tochter, die uns häufig mit verblüffenden Fragen konfrontiert (‚Bleibt ihr bloß zusammen, weil ihr es uns versprochen habt?’ – ‚Wie kommst du darauf?’ – ‚Ihr küsst euch so wenig.’), warf heute in eine Plauderei am Abendbrottisch ein : ‚Kann man Hunde hypnotisieren?’ Sie habe es versucht, aber erfolglos.

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Hundetagebuch 27

Lieber Ulrich,

Mika ist krank und – sie ist natürlich selbst daran schuld. Bist Du sicher, dass wir nicht in dem fehlgeleiteten Glauben verharren, es handle sich bei unseren Vierbeinern um gutmütige Hütehunde? Vergangenen Sonntag jedenfalls, als D. mit Mika um den Schlachtensee lief, zu ihrer und des Hundes Freude ohne Leine, stürzte sich Mika zuerst auf ein paar am Ufer lagernde Enten und dann ins kalte Wasser. Dass sie von der Temperatur des Sees geschockt, Enten Enten sein ließ und sofort wieder das Wasser verließ, ist noch kein ausreichender Beweis dafür, dass ihr Jagdinstinkt nicht langsam stärker wird.

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TATORT-ORTE

Wie man der stets seriösen Süddeutschen Zeitung entnehmen kann, streiten derzeit einige Klein- bis Mittelstädte aus dem süddeutschen Raum, nachdem die ‚Bodenseetatorte’ endgültig in einer der durch ‚Tatorte’ bekannten Stahlschubladen der TV-Patholgie verschwinden sollen, um die Tatort-Ort-Nachfolge.

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Hundetagebuch 26

Lieber Ulrich,

schade, dass Deine Eindrücke von Monterey und San Francisco eher negativ sind. Ich gebe allerdings zu, dass ich vor drei Jahren, als wir in Nord-Kalifornien Urlaub gemacht haben, noch nicht mit den Augen eines Hundes die Städte betrachtet habe. In Monterey hatte es D. das Aquarium angetan, das wirklich sehenswert ist, außerdem erlaubte unser Hotelzimmer den Blick aufs Meer und die Robbenkolonie, deren Gestank dennoch weit genug entfernt war. Besonders beeindruckt waren wir von dem Geschick, mit dem die Meerottern Muscheln zu öffnen verstanden.

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Hundetagebuch 25

Lieber Hansjürgen,

gleich zu Deinen ersten drei Fragen : Nach meiner Rückkehr aus Kalifornien war Emmas Begrüßung eher verhalten. Kein Hochspringen ( ja ohnehin nicht erwünscht, aber doch immer wieder herzerwärmend ), kein zum Streicheln aufforderndes Sich – Hinwerfen. Im Laufe des späteren Abends ( Mein Flug hatte lufthansaüblich Verspätung, sodass ich erst gegen 21 Uhr zu Hause war ) taute Emma dann etwas auf. Vielleicht war sie einfach schon zu müde.

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